Saudische F-15-Kampfflugzeuge | Bildquelle: AFP

Saudisches Bündnis mit 34 Staaten Riad gründet islamische Allianz gegen Terror

Stand: 15.12.2015 13:39 Uhr

Ein Bündnis gegen "das Übel aller terroristischen Gruppen": Unter saudischer Führung haben sich 34 Staaten zusammengeschlossen, um gegen den IS und andere Organisationen zu kämpfen. In Riad soll ein Koordinationszentrum entstehen.

Saudi-Arabien hat eine internationale islamische Anti-Terror-Koalition ins Leben gerufen. Insgesamt beteiligen sich 34 Länder an dem Bündnis. Dieses werde seinen Sitz in Riad haben, berichtete die saudi-arabische Agentur SPA. In der saudischen Hauptstadt werde ein Zentrum zur Koordinierung und Unterstützung von Militäroperationen eingerichtet.

Saudi-Arabien gründet Allianz gegen islamistischen Terror
tagesthemen 21:20 Uhr, 15.12.2015, Alexander Stenzel, ARD Kairo

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Unter anderem beteiligen sich die Türkei, Katar, Ägypten, Libyen, der Sudan, Jordanien, Marokko und Pakistan an der Koalition. Der schiitische Erzrivale Iran tauchte in der Liste der Staaten nicht auf.

Das Bündnis solle vor allem gegen Terrorismus im Irak, in Syrien, Libyen, Ägypten und in Afghanistan vorgehen, sagte der saudische Verteidigungsminister des Landes, Mohammed bin Salman. Aktionen vor allem in Syrien und im Irak würden international abgestimmt.

Saudi-Arabiens neue Allianz gegen Terror

Saudi-Arabien bezeichnet seine Allianz gegen Terror als "islamische Koalition". Insgesamt gehören dem Bündnis außer dem Königreich 33 Mitglieder an: Bahrain, Katar, Jordanien, Kuwait, Vereinigte Arabische Emirate, der Jemen, Libanon, Libyen, Tunesien, Ägypten, Marokko, Mauretanien, Palästina, Türkei, Pakistan, Bangladesch, Benin, Tschad, Togo, Dschibuti, Senegal, Sudan, Sierra Leone, Somalia, Gabun, Guinea, die Komoren, Elfenbeinküste, Malediven, Mali, Malaysia, Niger und Nigeria.

Die meisten Länder haben eine muslimische Mehrheit, nicht jedoch die afrikanischen Staaten Benin, Togo, Gabun und der Elfenbeinküste. Wichtige islamische Länder wie der Iran, der Irak oder Indonesien sind kein Mitglied der Koalition. Indonesien und neun weitere Staaten hätten dem Bündnis aber zugestimmt, hieß es aus Saudi-Arabien.

Jeglichen Terror bekämpfen

Das neue Bündnis solle nicht nur gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) vorgehen. Ziel sei vielmehr die Bekämpfung des Terrorismus in jeder Form. Die Mitglieder des Bündnisses sollten "vom Übel aller terroristischen Gruppen und Organisationen ohne Rücksicht auf deren Religion und Ziele" beschützt werden.

Die Türkei begrüßte die Bildung der Anti-Terror-Allianz. Dies sei die beste Antwort auf Menschen, die ihren Terror mit dem Islam verbinden wollte, sagte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu. Die Türkei sei bereit, jeden möglichen Beitrag für den Kampf gegen den Terror zu leisten.

Die USA hatten wiederholt ein stärkeres Engagement der Golfstaaten bei der Bekämpfung der IS-Miliz in Syrien und im Irak gefordert. Der IS nutzt verstärkt auch im Jemen das Machtvakuum aus, um sich auszubreiten.

Waffenruhe für Jemen hat begonnen

Im Jemen trat eine siebentägige Waffenruhe in Kraft. Seit 12.00 Uhr (10.00 Uhr MEZ) seien die Kampfhandlungen ausgesetzt, teilte die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition mit. Die Feuerpause begann damit wie vereinbart.

Saudi Arabien schmiedet muslimische Anti-Terror-Allianz
P. Steffe, DLF
15.12.2015 11:44 Uhr

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