Die Uhr am Kreml | Bildquelle: dpa

Russland schafft die Sommerzeit ab Ewiger Winter in Russland

Stand: 25.10.2014 18:42 Uhr

In Russland gilt ab Sonntag wieder ganzjährig die Winterzeit. Damit beendet die Regierung ein Experiment, das der vorherige Präsident Dimitri Medwedjew im Frühjahr 2011 zum Ärger vieler Bürger durchgesetzt hatte.

Seither galt im Land dauerhaft die Sommerzeit. Medwedjew hatte damals die Ansicht vertreten, die Zeitumstellung wirke sich negativ auf den menschlichen Biorhythmus aus. Zudem begründete er seinen Schritt damit, dass er vielen Kühen ein Trauma ersparen wolle, weil sie eine Stunde später gemolken würden.

Nur mühsam raus

Bei den Bürgern stieß diese Reform aber nie auf Gegenliebe. Viele klagten gerade danach über Probleme mit dem Biorhythmus und darüber, dass ihnen in den Wintermonaten das Aufstehen Probleme bereite.

Prominentester Kritiker war Medwedjews Nachfolger Wladimir Putin. Der für seinen langen Schlaf bekannte Präsident plauderte aus, dass er im Winter noch länger brauche, um in die Gänge zu kommen.

Uhr mit den Konterfeis von Medwedjew und Putin | Bildquelle: dpa
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Nicht mehr so einträchtig wie auf dieser Uhr: Dimitri Medwedjew und Wladimir Putin

Diese unterschiedliche Haltungen verleihen der Umstellung eine pikante Note. Die Zeitumstellung gilt als eine der letzten noch verbliebenen Reformen Medwedjews, der inzwischen das Amt des Ministerpräsidenten innehat. Entsprechend zögerlich zeigte sich die Regierung bei der Rücknahme. Im Sommer setzte sich dann aber das Parlament über die Regierung hinweg und beschloss die Reform der Reform.

Näher ran an den Westen

Nun geht es also zurück zur alten Regelung. In der Nacht zum Sonntag werden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt - endgültig. Russland rückt damit - was die Uhrzeit anbelangt - um eine Stunde in Richtung Westen.

Und eine weitere Reform Medwedjews wird zu Grabe getragen: Mit Sonntag erhöht sich die Zahl der Zeitzonen wieder von neun auf die ursprünglichen elf. Medwedjew hatte damit dem Vorbild von anderen Flächenstaaten wie den USA oder China folgen wollen.

Die Änderungen betreffen vor allem den asiatischen Teil Russlands. Bestrebungen, auch im Westen Russlands eine zusätzliche Zeitzone einzuführen, die St. Petersburg von der in Moskau geltenden Zeit entfernt hätte, wurden abgelehnt. Nicht umstellen muss sich auch die Krim. Sie bekam bereits nach der Annektion im Frühjahr die Moskauer Zeit. Auch das zeigt, welche Symbolkraft in den Zeitzonen liegt.

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