Maria Butina auf einer Aufnahme von 2013 | Bildquelle: AP

Mutmaßliche Agentin Russin in den USA festgenommen

Stand: 17.07.2018 02:29 Uhr

Im Auftrag eines Kreml-Mitarbeiters soll eine 29-jährige Russin in den USA versucht haben, politische Organisationen zu unterwandern und Einfluss auf die US-Politik zu nehmen. Nun wurde die Frau festgenommen.

In den USA ist eine 29-jährige Russin wegen angeblicher Agententätigkeit für die Regierung in Moskau festgenommen worden. Wie das US-Justizministerium mitteilte, wird Maria Butina geplante Einflussnahme auf die amerikanische Politik vorgeworfen. Zu diesem Zweck habe sie Verbindungen zu US-Staatsbürgern geknüpft und versucht, politische Gruppierungen zu unterwandern, darunter eine Waffenlobbygruppe. Die Beschuldigte sei in Washington als Studentin an der Universität eingeschrieben.

Laut Ermittlungen der Bundespolizei FBI habe die Frau unter anderem "private" Kommunikationskanäle zu US-Politikern herstellen wollen, um in den "nationalen Entscheidungsapparat der Vereinigten Staaten einzudringen" und so die Interessen der russischen Regierung zu "befördern".

Butina war den Angaben zufolge im August 2016 mit einem Studentenvisum in die USA eingereist. Sie wurde am Sonntag in Washington festgenommen und am Montag einer Richterin vorgeführt. Gerichtsunterlagen zufolge war sie im Auftrag eines nicht namentlich genannten, hochrangigen Kreml-Mitarbeiters tätig. Laut Staatsanwälten haben die USA inzwischen Sanktionen gegen ihn verhängt.

Trump nennt Putins Dementi "extrem stark"

Die Festnahme der Frau reiht sich in eine Serie von Strafverfolgungsaktivitäten der US-Behörden gegen mutmaßliche russische Einmischungen in die US-Politik ein. Erst am vergangenen Freitag hatte ein Geschworenengremium zwölf Mitarbeiter des russischen Militärgeheimdienstes GRU wegen Hackerangriffen auf die Demokratische Partei und deren Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton im Wahlkampf 2016 angeklagt. Bereits im Februar waren 13 andere russische Staatsbürger wegen Desinformationskampagnen im Internet unter Anklage gestellt worden.

US-Präsident Donald Trump wollte sich jedoch am Montag bei seinem Gipfel mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin nicht die Erkenntnisse seiner eigenen Behörden zu eigen machen, dass sich Russland massiv in den US-Wahlkampf vor zwei Jahren eingemischt habe. Er sagte, Putins Dementi solcher Einmischungen sei "extrem stark und kraftvoll" gewesen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Juli 2018 um 07:00 Uhr.

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