Greg Gianforte | Bildquelle: AFP

US-Republikaner Gianforte Prügelnd zur Wahl

Stand: 25.05.2017 17:16 Uhr

Die Nachwahl für das US-Abgeordnetenhaus im nördlichen, dünn besiedelten Staat Montana war heiß umkämpft. So heiß, dass der republikanische Kandidat offenbar die Nerven verlor. Am Tag vor der Wahl griff er einen britischen Reporter an.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Der dünn besiedelte Bundesstaat Montana gilt als Hochburg der Republikaner, steht aber selten im Rampenlicht. Die Nachwahl für das US-Abgeordnetenhaus gilt allerdings auch als erster Stimmungstest für US-Präsident Donald Trump - der republikanische Kandidat Greg Gianforte wurde im Wahlkampf von Trump und Vizepräsident Mike Pence unterstützt. Die unter Trump-Anhängern verbreitete Feindseligkeit gegenüber Reportern könnte dem Republikaner jetzt allerdings zum Verhängnis werden.

Am Mittwochabend hatte sich Gianforte über die Frage eines Reporters der britischen Zeitung "The Guardian" geärgert. Nach Augenzeugenberichten packte der republikanische Politiker den Journalisten kurzerhand am Genick und schleuderte ihn so heftig zu Boden, dass dessen Brille zerbrach. Auf einem Audio-Mitschnitt ist der Politiker mit den Worten zu hören: "Scher Dich zur Hölle!" Wegen Körperverletzung drohen Gianforte nun im Falle einer Verurteilung ein Bußgeld von 500 Dollar oder bis zu sechs Monate Haft.

70 Prozent der Berechtigten haben bereits gewählt

Wegen des Vorfalls zogen die beiden größten Tageszeitungen Montanas ihre Wahlempfehlung für den Republikaner zurück. Ein Wahlsieg des demokratischen Kandidaten wäre eine heftige Schlappe auch für Trump. Allerdings ist unklar, wie stark sich der Vorfall auswirkt: Knapp 70 Prozent der Wahlberechtigten haben ihre Stimme bereits vorzeitig abgegeben.

Montana-Nachwahl - Republikaner-Kandidat greift Reporter tätlich an
M. Ganslmeier, ARD Washington
25.05.2017 17:00 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 26. Mai 2017 um 17:14 Uhr.

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