Sohel Rana auf dem Weg zum Gericht | Bildquelle: AFP

Bangladesch Haftstrafe für Besitzer von Rana Plaza

Stand: 29.08.2017 14:34 Uhr

Vor vier Jahren stürzte in Bangladesch das Fabrikgebäude Rana Plaza ein. Mehr als 1100 Menschen kamen damals ums Leben. In einem ersten Prozess wurde der Besitzer der Immobilie nun zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Im schlimmsten Fall droht ihm die Todesstrafe.

Ein Gericht in Bangladesch hat den Besitzer des 2013 eingestürzten Fabrikgebäudes Rana Plaza wegen illegaler Einkünfte zu drei Jahren Haft verurteilt.

Bei dem Einsturz des Gebäudes, in dem fünf Textilfabriken untergebracht waren, kamen mehr als 1100 Menschen ums Leben. Weitere 2500 Menschen wurden verletzt.

Die amtliche Antikorruptionsbehörde hatte Klage gegen Sohel Rana eingereicht und ihm vorgeworfen, Geld aus unbekannten Quellen verwendet zu haben, um das Rana Plaza unter Umgehung von Baurichtlinien zu errichten. Richter Imrul Kayes befand Rana schuldig im Sinne der Anklage. Nach Angaben seiner Anwälte wird Rana Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen.

Rana droht die Todesstrafe

Gegen Rana sind im Zusammenhang mit dem folgenschwersten Industrieunfall in der Geschichte des Landes weitere Verfahren anhängig. Im schlimmsten Fall droht ihm die Todesstrafe wegen Mordes.

Der Einsturz im April 2013 hatte ein Schlaglicht auf die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie in Bangladesch geworfen, deren Exporteinnahmen jährlich umgerechnet mehr als 21 Milliarden Euro betragen. Abnehmer sind überwiegend Firmen in Europa und den USA.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 24. April 2017 um 18:30 Uhr in der Sendung "Weltzeit".

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