Start einer Nordkoreanischen Raktet im TV | Bildquelle: AP

UN-Verbot ignoriert Nordkorea scheitert erneut mit Raketentest

Stand: 29.04.2017 16:47 Uhr

Nordkorea hat Militärangaben zufolge erneut eine ballistische Rakete abgefeuert. Demnach explodierte das Geschoss jedoch nach dem Start. Die USA hatten vor neuen Provokationen gewarnt. US-Präsident Trump reagierte prompt.

Nordkorea hat nach Angaben des südkoreanischen Militärs eine ballistische Rakete getestet. Diese soll nahe des Flugfeldes Pukchang, unweit der Hauptstadt Pjöngjang, abgefeuert worden sein. Die Rakete habe nach dem Start jedoch nur eine Höhe von rund 71 Kilometern erreicht, bevor sie in der Luft auseinandergebrochen und explodiert sei, teilte der Generalstab der Streitkräfte mit.

Dem US-Militär zufolge hat die Rakete nordkoreanisches Gebiet nicht verlassen. Sie habe für Nordamerika keine Bedrohung dargestellt, sagte Dave Benham, Sprecher des US-Pazifikkommandos. Während Südkorea von einer zunächst nicht identifizierten ballistischen Rakete sprach, gingen US-Militärs nach Berichten amerikanischer Medien von einer Mittelstreckenrakete des Typs KN-17 aus. 

Trump: Respektlosigkeit gegenüber China

US-Präsident Donald Trump sieht in dem Test eine Respektlosigkeit gegenüber China. Nordkorea missachte damit die Wünsche des Landes und dessen "hoch respektiertem Präsidenten", schrieb er auf Twitter. Der Test sei zwar nicht erfolgreich gewesen, trotzdem sei er "Schlimm!", so Trump. Er war kurz nach dem Bekanntwerden des Raketentests darüber informiert worden.

Japan protestierte gegen den Raketentest. Dieser sei "eine eindeutige Verletzung der Resolution des UN-Sicherheitsrates", sagte ein Regierungssprecher. Sein Land könne die wiederholten Provokationen von Nordkorea nicht akzeptieren.

Der Sicherheitsrat sei sich nach Angaben des französischen UN-Botschafters einig darüber, dass Nordkorea entnuklearisiert werden muss. Es gäbe zwar verschiedene "Nuancen" in der Politik der Ratsmitglieder, an welchen gearbeitet werden müsse, so François Delattre. Aber in der Auffassung, dass Nordkorea seine Nuklearwaffen aufgeben müsse, herrsche Konsens.

Immer wieder Raketentests

Nordkorea testet trotz Untersagungen der Vereinten Nationen immer wieder ballistische Raketen. Es besteht die Sorge, dass die Regierung unter Machthaber Kim Jong Un ballistische Langstreckenraketen entwickeln könnte, die fähig sind, das US-Festland zu erreichen. Bereits Mitte April war ein Raketentest Nordkoreas fehlgeschlagen.

Mitte April hatte Nordkorea ebenfalls eine Rakete von der Stadt Sinpo aus gestartet, nach 60 Kilometern war sie laut südkoreanischem Militär jedoch ins Meer gestürzt. Im März hatte Nordkorea vier ballistische Raketen abgefeuert, die rund 1000 Kilometer weit flogen und vor der Ostküste Südkoreas in das Japanische Meer stürzten.

USA und Südkorea beginnen Manöver

Zurzeit sind die Spannungen besonders hoch. Die USA und Südkorea begannen ein gemeinsames Manöver vor der koreanischen Küste. Zudem richten sie ein Raketenabwehrsystem ein, das innerhalb von Tagen teilweise betriebsfähig sein soll. Trump hatte zuvor ein nuklear betriebenes U-Boot und den Flugzeug-Superträger "USS Carl Vinson" in koreanische Gewässer geschickt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. April 2017 um 00:00 Uhr

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