Gonzalez und ihr Mitschüler Hogg | Bildquelle: CJ GUNTHER/EPA-EFE/REX/Shutterst

Protest gegen Waffenlobby Aus Schülern werden Aktivisten

Stand: 24.03.2018 07:34 Uhr

Hunderttausende Schüler aus allen Teilen der USA werden heute gegen Waffengewalt in Washington demonstrieren. Die Organisatoren sind Teenager - und bringen die Waffenlobby in ernsthafte Bedrängnis.

Von Martina Buttler, ARD-Studio Washington

Sie heißen Emma, David, Ryan und Cameron. Sie sind die bekanntesten Gesichter des Protests aus Parkland. Sie haben den Amoklauf an der "Stoneman Douglas Highschool" überlebt, bei dem 17 Menschen getötet wurden. Seit Wochen geben sie reihenweise Interviews, nehmen Politiker in die Mangel und fordern eine Änderung des Waffenrechts.

Emma Gonzalez hat eine leidenschaftliche Rede mit einem Schlag in der ganzen Welt bekannt gemacht: "Politiker, die in ihren vergoldeten Häusern und Stühlen sitzen, die von der Waffenlobby NRA bezahlt werden, sagen uns: Nichts hätte so etwas verhindern können. Wir sagen: Bullshit."

Anti-Waffen-Demo in Fort Lauderdale | Bildquelle: AFP
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Der Auftritt, der sie berühmt machte: Emma Gonzales bei ihrer Rede nach dem Massaker.

Für den Abschluss lernen? Es gibt Wichtigeres

Eigentlich sollten die 17- und 18-Jährigen jetzt in der Schule sitzen und für ihren Abschluss büffeln. Stattdessen sind sie Aktivisten geworden. Sie nehmen es mit der mächtigen Waffenlobby auf und haben Unternehmen dazu gebracht, ihre Partnerschaft mit der NRA zu beenden. Auch von Politikern fordern sie klare Bekenntnisse, so wie Cameron Kasky. Er hat dem republikanischen Senator Marco Rubio aus Florida bei einer Diskussionsveranstaltung von CNN eine Ja- oder Nein-Frage gestellt: "Senator Rubio, können Sie mir hier und jetzt versprechen, dass Sie kein Geld mehr von der NRA nehmen?" Cameron ließ nicht locker, Rubio wich aus. Für viele war das Antwort genug. Die Schüler lassen sich nicht abschütteln.

Gonzalez kritisiert Trumps Vorschlag, Lehrer zu bewaffnen, deutlich und verächtlich: "Meine Schule hatte jedes Jahr zwei Wochen, wo wir kein Papier mehr hatten. Und jetzt soll es 400 Millionen US-Dollar geben, um Lehrer an der Waffe zu trainieren? Wirklich? Echt jetzt?"

Waffengesetze in den USA
tagesschau 17:00 Uhr, 24.03.2018, Tim Seeger, ARD-aktuell

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Schüler als Ziel von Anfeindungen

Die Schüler der "Stoneman Douglas Highschool" reden nicht lange drumherum. Sie kritisieren, klagen an, fordern. Auf Twitter hat Gonzalez 1,26 Millionen Follower, bei David Hogg sind es 483.000. Zum Vergleich: die Waffenlobby NRA hat rund 632.000 Follower.

Ihre öffentlichen Auftritte machen die Schüler aber auch zur Zielscheibe. So haben Verschwörungstheoretiker Hogg vorgeworfen, ein Krisenschauspieler zu sein. Gonzalez wurde von einem republikanischen Politiker als "Skinhead-Lesbe" beschimpft. Der öffentliche Druck war immens und der Republikaner hat inzwischen seine Kandidatur aufgegeben.

Die Schüler bringen Bewegung in die Waffendebatte in den USA und Hogg freut sich, dass sich auch in Florida etwas tut: "Wir hätten nie gedacht, dass sich irgendwas ändern würde. Nach Sandy Hook nicht, nach Pulse in Orlando oder nach Las Vegas. Aber jetzt wird gehandelt - und das in einem der republikanischsten Bundesstaaten."

Den Überlebenden Kelsey Friend und David Hogg wird unterstellt, sie seien nur Schauspieler. | Bildquelle: REUTERS
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David Hogg wird unterstellt, er sei Schauspieler.

Der Senat in Florida hatte Anfang März einen Gesetzentwurf verabschiedet, der unter anderem das Mindestalter bei Waffenkäufen auf 21 anheben würde.

Das Ziel: Ohne Angst in die Schule

Die Schüler sind 16, 17, 18 Jahre alt. Sie kennen keine Welt ohne Massenschießereien an Schulen. Als sie geboren wurden, war der Amoklauf an der Columbine High School schon trauriger Teil der Geschichte. Die Schüler aus Parkland wollen endlich eine Wende schaffen. Von den Politikern sind sie größtenteils ziemlich enttäuscht, so wie Jessica: "Es ist schwer, sich über die Reaktionen in Washington nicht aufzuregen. Aber: wir werden bald da sein."

Mehr als eine halbe Million Teilnehmer werden allein in Washington zum "March for our lives" erwartet. Sie wollen dafür sorgen, dass die Schüler nach ihnen wieder ohne Angst in die Schule gehen können. Das ist das Thema ihres Lebens seit dem 14. Februar.

Die Gesichter des Protests: Emma Gonzalez und ihre Mitschüler
Martina Buttler, ARD Washington
24.03.2018 01:27 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 24. März 2018 WDR5 um 07:44 Uhr und NDR Info um 10:08 Uhr.

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