Dogan Akhanli | Bildquelle: picture alliance / Horst Galusch

Deutscher Schriftsteller Akhanli schockiert über Festnahme

Stand: 21.08.2017 17:50 Uhr

Im Auswärtigen Amt geht man nicht davon aus, dass dem Autor tatsächlich eine Auslieferung in die Türkei droht. Die Vorwürfe gegen Akhanli seien sichtlich politisch motiviert. Der Schriftsteller selbst kündigte an, eine Überstellung "mit aller Kraft" zu bekämpfen.

Der Schriftsteller Dogan Akhanli hat sich auf einer Pressekonferenz erschüttert über seine Festnahme in Granada gezeigt. "Dass ich in Europa nicht in Sicherheit bin, hat mich schockiert", so der türkischstämmige Autor. Es wäre ein politischer und ein juristischer Skandal, sollte er tatsächlich in die Türkei ausgeliefert werden, so Akhanli. Er werde sich in einem solchen Fall "mit aller Kraft verteidigen".

Auf seiner Pressekonferenz übte Akhanli scharfe Kritik an der türkischen Regierung, insbesondere am türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan. Dieser habe eine "despotische Haltung" und glaube, "dass er sich alles erlauben darf". Erdogan habe "mit einem gewählten Staatspräsidenten nichts zu tun". Er kündigte zudem an, sich nicht einschüchtern zu lassen. "Sie werde mich niemals zum Schweigen bringen", so der Autor. Mit einer Auslieferung an die Türkei rechnet Akhanli allerdings nicht.

Akhanli äußert sich zu seiner Festnahme
tagesthemen 22:45, 20.08.2017, Jan Peter Bartels, ARD Madrid

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Bundesregierung vermutet politische Verfolgung

Auch die Bundesregierung geht nicht davon aus, dass Akhanli tatsächlich in die Türkei ausgeliefert werden könnte. Ein Sprecher des Auswärtiges Amtes in Berlin erklärte, man könne sich einen solchen Schritt beim besten Willen nicht vorstellen. Die Vorwürfe röchen geradezu nach politischer Verfolgung.

Der Schriftsteller war am Samstag während seines Urlaubs in Granada festgenommen worden. Die Türkei hatte bei der internationalen Polizeibehörde Interpol einen "Dringlichkeitsvermerk" gegen Akhanli hinterlegt. Deshalb wurde er in Gewahrsam genommen. Nach einer Intervention des Auswärtigen Amts kam der Auto wieder frei. Allerdings darf er Spanien zunächst nicht verlassen und muss sich ein Mal pro Woche beim Gericht in Madrid melden.

Akhanli rechnet nicht mit Auslieferung

Akhanli werden in der Türkei die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, der Umsturz der verfassungsmäßigen Ordnung der Türkei sowie ein Raubmord vorgeworfen. Die Vorwürfe beziehen sich auf Verfahren im Jahr 2010. Das Verfahren endete mit einem Freispruch. Allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Akhanli war 1991 nach Deutschland geflohen. Er ist deutscher Staatsbürger.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 20. August 2017 um 22:45 Uhr.

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