Menschen beobachten mit Entsetzen die Brände nahe der Ortschaft Monchique. | Bildquelle: AP

Portugal 24 Verletzte bei Algarve-Waldbrand

Stand: 06.08.2018 12:40 Uhr

An der Algarve wütet seit Freitag ein schweres Feuer. In der Kleinstadt Monchique sind 24 Menschen durch die Brände verletzt worden. Noch immer ist die Lage nicht unter Kontrolle.

Von Oliver Neuroth, ARD-Studio Madrid

In der Waldbrandregion Portugals sind 24 Anwohner einer Kleinstadt verletzt worden. Seit Freitag wütet ein größeres Feuer im Hinterland der Algarve, im Süden des Landes.

Eine 72-jährige Bewohnerin der Kleinstadt Monchique wurde durch das Feuer schwer verletzt und mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus nach Lissabon geflogen. Mehrere Anwohner des Ortes mussten in der Nacht ihre Häuser verlassen. Sie wurden in einer Schule untergebracht. Die Einsatzkräfte räumten sicherheitshalber auch zwei Hotels in Monchique.

Der Waldbrand ist weiterhin nicht unter Kontrolle, die Lage bessere sich aber, heißt es von den Behörden. 1000 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Sie kämpfen vor allem aus der Luft gegen die Flammen, mit Löschflugzeugen und -Hubschraubern, weil das Gebiet mit Fahrzeugen schlecht zugänglich ist.

Mit schwerem Gerät ist die Waldbrandregion an der Algarve kaum zugänglich - Feuerwehrleute müssen deshalb teils mit Schaufeln gegen die Flammen vorgehen. | Bildquelle: AP
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Mit schwerem Gerät ist die Waldbrandregion an der Algarve kaum zugänglich - Feuerwehrleute müssen deshalb teils mit Schaufeln gegen die Flammen vorgehen.

2017 starben bei Waldbränden 100 Menschen

Portugals Präsident Rebelo de Sousa lobte die Einsatzkräfte: "Zwar haben die Feuerwehren mit dem Einsatz schwerer Geräte große Schwierigkeiten wegen der geographischen Lage des Brandes. Aber die Situation ist besser als im vergangenen Sommer."

Vor einem Jahr kamen bei Waldbränden in Portugal mehr als 100 Menschen ums Leben. Als Konsequenz hat die Regierung den Feuerwehren mehr Geld für die Brandbekämpfung zur Verfügung gestellt. Vor allem kann sie inzwischen schneller und unbürokratischer Löschflugzeuge in Anspruch nehmen.

Eukalyptus-Monokultur als Risikofaktor

Doch Umweltschützer weisen daraufhin, dass das Hauptproblem die Waldwirtschaft bleibe: Sie setzt auf Eukalyptusbäume, pflanzt sie in Monokulturen. Die Art ist leicht entzündlich.

Die Regierung hat den Anbau von Eukalyptus zwar durch neue Gesetze etwas erschwert, aber nicht unmöglich gemacht. Das Holz der Bäume ist wichtig für die Zellstoffindustrie im Land und damit für die Herstellung von Papier.

Waldbrände Portugal: Mehrere Verletzte in Bergregion
Oliver Neuroth, ARD Madrid
06.08.2018 12:14 Uhr

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