Der Triumphbogen in der syrischen Stadt Palmyra vor der Zerstörung. | Bildquelle: dpa

Kampf um antike Wüstenstadt Assad-Truppen vor den Toren Palmyras?

Stand: 23.03.2016 13:20 Uhr

Seit knapp einem Jahr ist Palmyra in der Hand der IS-Miliz. Nun stehen die Truppen von Syriens Machthaber Assad offenbar wenige Kilometer vor der antiken Wüstenstadt. Sie hatten im März - unterstützt von Russland - zur Rückeroberung Palmyras angesetzt.

Im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) sind die syrischen Regierungstruppen von Präsident Bashar al-Assad nach Angaben von Aktivisten weiter auf die Antikenstadt Palmyra vorgerückt.

Die regierungstreuen Einheiten stünden "zwei Kilometer vom südlichen und fünf Kilometer vom westlichen Stadtrand" entfernt, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die IS-Miliz wehre sich und habe seit Montag mindestens 26 Regierungssoldaten getötet.

Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete unter Verweis auf eine Militärquelle, die Einheiten der Regierung hätten einen strategisch wichtigen Hügel südwestlich der Stadt eingenommen.

Seit Mai 2015 in IS-Hand

Die IS-Miliz hatte die Stadt im Mai 2015 erobert. In den folgenden Monaten schockierten sie die Weltöffentlichkeit mit der Sprengung bedeutender antiker Tempel, Gräber und Statuen sowie einer Reihe öffentlicher Hinrichtungen in den Ruinen. Anfang März starteten die Regierungstruppen mit Unterstützung russischer Luftangriffe eine Offensive zur Rückeroberung Palmyras.

Russland hatte Ende September militärisch in den Konflikt eingegriffen, um das Assad-Regime zu unterstützen. Kürzlich ordnete Präsident Wladimir Putin überraschend einen weitgehenden Truppenabzug aus Syrien an und begründete dies damit, dass die russischen Streitkräfte ihre Aufgabe in dem Bürgerkriegsland weitgehend erfüllt hätten.

Friedensgespräche in Genf

Bei den Syrien-Friedensgespräche zwischen den wichtigsten Oppositionsbündnissen und Vertretern Assads hatten die Konfliktparteien zuletzt Dokumente ausgetauscht, in denen ihre grundlegenden Positionen skizziert sind. Anhand dieser Dokumente könne man prüfen, ob es Gemeinsamkeiten zwischen der Regierungs- und der Oppositionsseite gebe, sagte UN-Vermittler Staffan de Mistura. Die Assad-Delegation erklärte daraufhin, sie werde in die syrische Hauptstadt Damaskus zurückkehren, um mit der Regierung die Papiere zu prüfen.

Die UN hatten das Ende der ersten Runde der Syrien-Gespräche für Donnerstag angesetzt. Sie sollen im April fortgesetzt werden. Seit Ende Februar herrscht in Syrien eine Waffenruhe, die bislang größtenteils hält.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. März 2016 um 14:00 Uhr.

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