"La La Land"-Produzent Jordan Horowitz (l.) zeigt die Karte, auf der steht, dass "Moonlight" gewonnen hat. Neben ihm steht der Schauspieler Warren Beatty.  | Bildquelle: AFP

Protokoll der Oscar-Panne So lief die peinliche Szene ab

Stand: 27.02.2017 17:01 Uhr

Ausgerechnet in der wichtigsten Kategorie - der zum besten Film - ist bei den Oscars eine peinliche Panne passiert: Der falsche Film wurde prämiert. Wie reagierten die Beteiligten bei Bekanntwerden des Fehlers? Ein Protokoll der Dialoge.

Es ist der spannendste Moment einer jeden Oscar-Verleihung: Welcher Film wird in der Kategorie Bester Film gewinnen? Ausgerechnet an diesem Punkt hat sich in diesem Jahr ein peinlicher Fehler eingeschlichen. Das Missgeschick nimmt seinen Lauf, als die Schauspieler Warren Beatty und Faye Dunaway auf der Bühne des Dolby Theatre den Sieger ausrufen wollen. Beatty öffnet den Gewinner-Umschlag und wirft einen Blick auf die Karte. Dann guckt er wieder, wirkt verunsichert. Und noch mal - offensichtlich auf der Suche nach einer ganz anderen Information.

Beatty: "Der Academy Award..."

Er stockt, schaut nochmals in den Umschlag.

Beatty: "Für den besten Film..."

Er stockt erneut und schaut unsicher hinter die Kulissen, reicht den Umschlag dann an Dunaway weiter, die ihrerseits einen kurzen Blick hineinwirft.

Dunaway: "La La Land."

Video zur Panne: So lief die Szene ab
27.02.2017

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Irgendetwas stimmt nicht

Überraschend ist die Verkündung nicht - schließlich galt "La La Land" als der Favorit im Rennen um den Oscar. Die Crew des Films findet sich auf der Bühne ein. Es folgen Dankesreden der Produzenten Jordan Horowitz und Marc Platt. Doch irgendwie macht sich das Gefühl breit: Da stimmt etwas nicht. Als ein Mann mit Kopfhörern erscheint und die roten Umschläge in den Händen der Produzenten prüft, entsteht Unruhe.

Der dritte "La La Land"-Produzent Fred Berger tritt nun ans Mikrofon, spricht noch kurz, ehe er das Durcheinander hinter ihm bemerkt.

Berger: "Wir haben übrigens verloren."

Horowitz: "Da gibt es einen Fehler. 'Moonlight', Ihr habt den besten Film gewonnen. Das ist kein Witz."

Platt: "Das ist kein Witz. Ich befürchte, die haben das falsche Ding vorgelesen."

Horowitz: "Das ist kein Witz. 'Moonlight' hat den besten Film gewonnen."

Was lief schief mit den Gewinnerkarten?

Das Wirtschaftsprüfungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC) ist für die geheime Zählung und Auswertung der Stimmen der mehr als 6600 Mitglieder der US-Filmakademie zuständig. Wenn dies geschehen ist, werden 24 Karten mit den Gewinnern gedruckt und in Umschläge verpackt - und das gleich zweimal, zur Sicherheit. Ein vollständiger Satz Umschläge kommt in eine spezielle Aktentasche von PwC-Mitarbeiter Brian Cullinan, der andere Satz kommt in die Tasche von PwC-Mitarbeiterin Martha L. Ruiz.

Die beiden PwC-Mitarbeiter stehen mit ihren Aktentaschen an der Seite der Oscar-Bühne - einer links, einer rechts. Je nachdem, von welcher Seite ein Laudator auf die Bühne kommt, nimmt er einen Umschlag von Ruiz oder von Cullinan entgegen. Damit es dabei nicht zu einem
Durcheinander kommt, ist die Preiskategorie vorne auf dem roten Umschlag aufgedruckt.

Beatty und Dunaway haben trotz des Aufdrucks schlicht den falschen Umschlag erhalten, wie PwC mittlerweile in einem Statement bekannt gab. Es wurden also anscheinend versehentlich beide Emma-Stone-Umschläge ausgehändigt - einmal von links an Leonardo DiCaprio (der den Preis für die weibliche Hauptrolle verkündete) und einmal von rechts an Warren Beatty (der eigentlich den Umschlag für den besten Film erhalten sollte). "Wir untersuchen derzeit, wie das
passieren konnte, und bedauern zutiefst, dass das vorgefallen ist", teilte PricewaterhouseCoopers inzwischen mit.

"Was da passiert ist, ist sehr unglücklich"

Schließlich hält Horowitz die Gewinner-Karte hoch. Die Kamera zoomt heran, sodass die Worte sichtbar werden: "Moonlight" ist tatsächlich als bester Film ausgezeichnet worden. Moderator Jimmy Kimmel geht ans Mikrofon und spielt auf Steve Harvey an, der beim Schönheitswettbewerb Miss Universe 2015 die Falsche als Siegerin verkündete.

Kimmel: "Leute. Was da passiert ist, ist sehr unglücklich. Ich gebe persönlich Steve Harvey die Schuld dafür."

Kimmel schaut "La La Land"-Produzent Horowitz an.

Kimmel: "Ich hätte gern, dass Sie trotzdem einen Oscar bekommen. Warum können wir nicht einfach einen ganzen Haufen davon vergeben?"

Horowitz: "Mir wird es eine große Ehre sein, das an meine Freunde bei 'Moonlight' zu übergeben."

Kimmel: "Das ist nett von Ihnen."

Beatty geht ans Mikrofon.

Beatty: "Hallo? Hallo?"

Kimmel: "Warren, was haben Sie getan?"

Beatty: "Ich will Ihnen sagen, was passiert ist. Ich öffnete den Umschlag und da stand 'Emma Stone, La La Land.' Deshalb schaute ich Faye und Sie solange an. Das war kein Versuch, witzig zu sein."

Es war also der Gewinner-Umschlag für die Kategorie Beste Schauspielerin, nicht für die Kategorie Bester Film

Verdutzte Zuschauer im Publikum

Inzwischen haben sich die Besetzung und die Filmcrew von "Moonlight" auf der Bühne eingefunden, die Akteure von "La La Land" sind abgezogen. Die Kamera schwenkt auf verdutzt dreinblickende Zuschauer im Publikum. Matt Damon pfeift. "Moonlight"-Schöpfer Barry Jenkins geht ans Mikro.

Jenkins: "Ganz klar, in meinen Träumen könnte das nicht wahr sein. Aber zur Hölle mit Träumen, ich bin damit durch, denn das ist wahr. Ach du meine Güte."

Jenkins beendet seine Rede. Dann tritt Kimmel wieder ans Mikro.

Kimmel: "Nun, ich habe keine Ahnung, was passiert ist. Ich gebe mir die Schuld... Es ist nur eine Awards-Show... Ich wusste, dass ich diese Show vermasseln würde. Ich hab es echt getan... Ich verspreche, ich komme nie wieder zurück."

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 27. Februar 2017 um 11:00 Uhr und die tagesschau um 12:00 Uhr.

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