Blick auf den Oroville-Staudamm | Bildquelle: REUTERS

Oroville-Damm Noch dürfen die Menschen nicht zurück

Stand: 14.02.2017 09:33 Uhr

Bis die Reparaturen am Oroville-Staudamm in den USA nicht abgeschlossen sind, dürfen die Anwohner nicht in ihre Häuser zurück - die Situation hat sich dennoch entspannt. Doch neue Regenfälle sind bereits angekündigt.

Von Wolfgang Stuflesser, ARD-Studio Los Angeles

Hauptsache, der Damm hält: Bagger füllen große Säcke mit Steinen, dann kommen Hubschrauber und transportieren die Säcke an Seilen bis zu den Stellen, an denen der Überlauf des Oroville-Damms erodiert ist.

Wochenlang hat es in Nordkalifornien stark geregnet - eigentlich gut für den dürregeplagten Bundesstaat. Doch nun ist der Oroville-Stausee bis zum Rand gefüllt. Und als das Wasser durch den Überlauf strömte, riss es große Teile von dessen Umrandung mit sich. Eine bis zu zehn Meter hohe Wasserwand drohte ins Tal zu stürzen.

Hunderttausende fliehen vor möglichem Staudammbruch in Kalifornien
tagesschau 17:00 Uhr, 13.02.2017, Stefan Niemann, ARD Washington

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Angst vor der Überflutung

Rund 190.000 Menschen mussten vorsorglich ihre Häuser verlassen und haben nun notdürftig in den zahlreichen Auffangstellen des Roten Kreuzes eine Unterkunft gefunden. Ihre größte Angst sei, dass ihre Stadt überflutet werde und sie keinen Platz habe, an den sie zurückkehren könne, erzählt Bernice Hernandez einem Reporter des Senders CBS. Sie habe sich einfach ihren Vater, ihre beiden Kinder und ihre zwei Hunde geschnappt, sagt Nancy Davis. Und ein anderer Anwohner fügt hinzu: Großes Chaos sei die Evakuierungsaktion gewesen, so etwas habe er in seinem Leben noch nicht gesehen.

2,8 Millionen Liter Wasser pro Sekunde lassen die Verantwortlichen nun kontrolliert ins Tal strömen - Ziel ist, den Wasserspiegel hinter dem 235 Meter hohen Damm um 15 Meter zu senken, damit wieder Raum für die nächsten Regenfälle geschaffen wird. Gleichzeitig fliegen die Hubschrauber und sichern mit ihren Steinsäcken den Überlauf ab.

Solange die Reparaturarbeiten laufen, soll die Evakuierung in Kraft bleiben, erklärt der zuständige Sheriff Kory Honea. "Es war eine harte Entscheidung, so viele Leute aus ihren Wohnungen zu holen, aber ich sage Ihnen: Die Entscheidung, wann die Leute wieder zurückkehren dürfen, ist mindestens genauso schwierig. Und wir müssen sie auf die Einschätzung der Experten vor Ort stützen."

Notunterkunft in Chico | Bildquelle: AP
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Notunterkunft in Chico: Wann die Menschen in ihre Häuser zurück dürfen, ist unklar.

Ursache für Erosion unklar

Die rätseln allerdings noch, was die Erosion des Überlaufs verursacht hat. "Die Anlage stammt aus den frühen 1960er-Jahren. Sie wurde überpüft und gewartet. Eigentlich ist sie für deutlich mehr Wasser konzipiert. Manchmal können niedrigere Fluten unter Wasser mehr Energie entwickeln. Aber ehrlich gesagt: Wir wissen noch nicht, wie es zur Erosion kam", sagt Bill Croyle vom Department of Water Resources, der kalifornischen Wasserbehörde.

Die Ursachenforschung muss wohl noch warten - jetzt geht es erst mal darum, Damm und Überlauf zu sichern. Denn die nächsten großen Regenfälle sind schon im Lauf dieser Woche angekündigt.

Oroville-Damm in Kalifornien stabil
W. Stuflesser, ARD Los Angeles
14.02.2017 07:14 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Februar 2017 um 17:00 Uhr.

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