Plakate zur Präsidentenwahl in Österreich | Bildquelle: dpa

Abstimmung in Österreich "Fast eine Neuwahl"

Stand: 04.12.2016 07:32 Uhr

Die heutige Abstimmung soll den Schlusspunkt hinter den längsten Wahlkampf in der Geschichte Österreichs setzen. Viele Anläufe - viel Frust bei den Wählern. Dabei ist diese Präsidentenwahl nicht nur für Österreich, sondern für ganz Europa von Symbolcharakter.

Von Ralf Borchard, ARD-Studio Wien

Es ist eine Richtungswahl für Österreich. Und sie hat Symbolwert für ganz Europa. Mit FPÖ-Kandidat Norbert Hofer könnte zum ersten Mal in Westeuropa ein Rechtspopulist ins höchste Staatsamt gewählt werden. Der 45-jährige Hofer ist EU-kritisch und will das Amt deutlich aktiver ausüben als bisherige Bundespräsidenten in Österreich.

Die Präsidentenwahl in Österreich beginnt
tagesschau 08:45 Uhr, 04.12.2016, Till Rüger, ARD Wien

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Im Wahlkampf hatte Hofer immer wieder betont, er stehe für die einfachen Leute und gegen das Establishment: "Es gibt Eliten, die sich von den Menschen entfernen, die überhaupt kein Gefühl und Gespür mehr dafür haben, was wirklich die Sorgen der Österreicherinnen und Österreicher sind. Und genau diese Eliten werden abgewählt."

Ablauf der Wahl

In Österreich hat die Wahl des Bundespräsidenten begonnen. 6,4 Millionen Wähler müssen sich zwischen dem FPÖ-Kandidaten Nobert Hofer und dem ehemaligen Grünen-Chef Alexander Van der Bellen entscheiden. Die ersten Wahllokale schließen um 13 Uhr. Genereller Wahlschluss ist um 17 Uhr. Gegen 17.15 Uhr wird eine erste Hochrechnung erwartet. Sollte es ein knappes Rennen zwischen den beiden Bewerbern geben, wird der Sieger erst nach Auszählung der Briefwahlstimmen feststehen. Die erfolgt am Montag.

Stichwahl-Anlauf Nummer drei

Hofers Gegenkandidat, der frühere Grünen-Chef Alexander Van der Bellen, ist Pro-Europäer. Der 72-Jährige will als Präsident - so wie bisher üblich - zurückhaltend agieren. Van der Bellen betonte im Wahlkampffinale, die Wiederholung der Stichwahl finde unter völlig neuen Vorzeichen statt: "Es ist fast eine Neuwahl, weil sehr viel passiert ist. Die Brexit-Entscheidung der Briten oder die Trump-Wahl etwa. Es geht um eine echte Richtungsentscheidung für Österreich - ob wir uns nach außen abschotten, ob wir weiterhin ein verlässliches Mitglied der Europäischen Union bleiben."

Die erste Stichwahl im Mai hatte Van der Bellen äußerst knapp gewonnen, mit nur gut 30.000 Stimmen Vorsprung. Das Verfassungsgericht erklärte die Wahl wegen Formfehlern für ungültig. Der erste Wiederholungstermin musste wegen nicht klebender Briefwahlumschläge um zwei Monate verschoben werden.

"Qualität vor Schnelligkeit"

Wird es diesmal ähnlich knapp und kommt es wieder auf die Auszählung der Briefwahlstimmen an, könnte es bis Montagabend oder länger dauern, bis der Sieger feststeht, sagt Mathias Vogl, verantwortlicher Sektionschef im Innenministerium: "Ja, das ist denkbar, es geht in dem Fall eindeutig Qualität vor Schnelligkeit. Erst wenn das letzte Ergebnis einer Bezirkswahlbehörde vorliegt, wird das vorläufige Endergebnis feststehen - das kann durchwegs auch erst am Dienstag sein."

Bei den Wählerinnen und Wählern ist nach elf Monaten teils erbittert geführtem Wahlkampf Erschöpfung zu spüren. Viele seien mittlerweile verunsichert und hätten eigentlich genug vom Wahlkampf, sagt eine Passantin, die trotzdem auf jeden Fall wählen gehen will. "Es sind schon alle froh, wenn der Wahlkampf aus ist", pflichtet ihr ein Wähler bei. Und ein anderer spricht das aus, was sich wohl die meisten Österreicher wünschen - "dass es jetzt endlich funktioniert und gut über die Bühne geht."

Vor der Präsidentenwahl in Österreich
R. Borchard, ARD Wien
04.12.2016 00:01 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Dezember 2016 um 08:45 Uhr.

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