Südkoreas Präsident Moon Jae In mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, links | Bildquelle: dpa

Korea-Konflikt Alle wollen mit Kim verhandeln

Stand: 29.04.2018 15:53 Uhr

Nach dem Treffen mit Kim bemüht sich Südkoreas Präsident Moon, weitere Staaten für die neue Friedenspolitik zu gewinnen. Neben den USA wollen auch Russland und Japan bei den Plänen für die Halbinsel mitreden.

Südkoreas Präsident Moon Jae In lässt keine Zeit verstreichen. Seit dem historischen Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un telefoniert er durch die Welt und versucht Staatschefs für die neue Friedenspolitik auf der koreanischen Halbinsel zu gewinnen.

Unter anderem traf Moon in Russland auf Zustimmung. Präsident Wladimir Putin sagte in dem Telefonat, Russland wolle sich an einer Lösung des Korea-Konfliktes beteiligen. Er bot den koreanischen Staaten Unterstützung bei ihrem Kurs der Annäherung an. Putin sagte nach Angaben des Präsidialamts, Russland sei bereit zu trilateralen Infrastruktur- und Energieprojekten auf der koreanischen Halbinsel.

Nordkorea will erste Atomtestanlage im Mai schließen
tagesschau 20:00 Uhr, 29.04.2018, Mario Schmidt, ARD Peking

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Traditionelles Sechs-Parteien-Format

Zuvor hatte schon Russlands Vizeaußenminister Igor Morgulow auf eine Beteiligung Russlands an dem Friedensprozess insistiert. Das traditionelle Sechs-Parteien-Format bestehend aus Russland, China, den USA, Japan und den beiden Koreas sei optimal und alternativlos, sagte er. Die Sechs-Parteien-Gespräche waren Anfang der 2000er-Jahre etabliert worden.

Auch Morgulow nannte unter anderem mögliche gemeinsame Wirtschafts- und Infrastrukturprojekte mit Nord- und Südkorea, die Moskau fördern könne. Er versuchte jedoch gleichzeitig, die Erwartungen zu dämpfen. Weitere Friedensschritte zwischen den USA sowie Südkorea auf der einen Seite und Nordkorea auf der anderen bräuchten Zeit und Geduld, sagte der Diplomat.

Südkoreas Präsident Moon Jae In | Bildquelle: dpa
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Südkoreas Präsident Moon. Bei seinem historischen Treffen mit Kim vereinbarten beide, den seit fast sieben Jahrzehnten andauernden Kriegszustand zu beenden.

Mögliche Gespräche mit Japan

Nordkorea ist nach südkoreanischen Angaben darüber hinaus zur Aufnahme von Gesprächen mit Japan zu einer Normalisierung der Beziehungen bereit. Das habe Kim ebenfalls am Freitag gesagt, teilte das Präsidialamt in Seoul am Sonntag mit. Moon habe den japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe darüber informiert. Moon habe Kim gesagt, die Beziehungen könnten aus japanischer Sicht normalisiert werden, wenn Probleme der "jüngeren Geschichte" gelöst seien. Kim habe gesagt, er sei zu Verhandlungen mit Japan bereit.

Das südkoreanische Präsidialamt nannte keine Einzelheiten. Berichten zufolge hatte Abe Moon gebeten, das Schicksal von mindestens 17 in den 1970er- und 1980er-Jahren nach Nordkorea entführten Japanern anzusprechen. Nordkorea hat die Entführung von 13 Japanern in den 1970er-Jahren zugegeben. Sie sollen gezwungen worden sein, nordkoreanische Agenten in japanischer Sprache und Kultur zu unterrichten. Fünf Japaner durften 2002 nach Japan zurückkehren. Acht seien verstorben. Die Familien der Entführten sagen, man könne den Angaben Pjöngjangs nicht trauen.

US-Präsident Donald Trump in Washington, Michigan | Bildquelle: RENA LAVERTY/EPA-EFE/REX/Shutter
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"Was passiert, passiert", sagte US-Präsident Trump in Washington (Michigan). "Wir werden der Welt einen großen Gefallen tun."

Trump: Treffen in den "nächsten drei, vier Wochen"

Moon und Kim hatten bei ihrem historischen Treffen am Freitag vereinbart, den seit fast sieben Jahrzehnten andauernden Kriegszustand zu beenden und einen Friedensvertrag zu schließen. Das wegen seines Atom- und Raketenprogramms mit internationalen Sanktionen belegte Nordkorea gilt als wirtschaftlich ausgelaugt.

Das Treffen von Kim und Moon soll den Boden für einen erwarteten Gipfel zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump Ende Mai oder Anfang Juni bereiten. Trump stellte das Treffen in den "nächsten drei, vier Wochen" in Aussicht. Über den Ausgang eines solchen Gipfels mit dem kommunistischen Land wollte er nicht spekulieren. "Was passiert, passiert", sagte Trump bei einer Kundgebung in Washington (Michigan). Er gehe davon aus, dass es "ein sehr wichtiges Treffen" werde. "Wir werden der Welt einen großen Gefallen tun."

Geschickte Diplomatie Südkoreas

Der neue US-Außenminister Mike Pompeo sagte in einem Interview mit dem US-Senders ABC, Kim habe ihm bei seinem Besuch in Pjöngjang erklärt, er wolle einen Fahrplan für die Denuklearisierung ausarbeiten und vorlegen. Die völlige, überprüfbare und irreversible Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel sei das erklärte Ziel der Regierung Trump.

Politikwissenschaftler in den USA schreiben den Fortschritt hin zu einer Friedenslösung eher Südkorea und dessen geschickter Diplomatie unter anderem vor und während der Olympischen Winterspiele zu.

Zeitumstellung als symbolische Versöhnungsgeste

Während seiner heute bekannt gewordenen Aussage, das nordkoreanische Atomtestgelände Pungeri zu schließen, kam Kim den südkoreanischen Angaben zufolge auch auf die Gespräche mit den USA zu sprechen. "Die USA fühlen sich abgestoßen von uns. Aber wenn wir erst einmal reden, wird ihnen klar werden, dass ich kein Mensch bin, der eine Atomwaffe auf den Süden oder die USA abfeuern wird", zitierte der südkoreanische Präsidentensprecher den nordkoreanischen Machthaber. "Wenn wir uns oft treffen, Vertrauen aufbauen, den Krieg beenden, und wenn uns versprochen wird, dass es keine Invasion gibt, warum sollten wir mit Atomwaffen leben?"

Als symbolische Versöhnungsgeste mit Seoul beschloss Kim nun auch, dass die Uhrzeit in seinem Land wieder an die Südkoreas angepasst werden soll, wie der südkoreanische Präsidentensprecher sagte. Dazu sollen die Uhren 30 Minuten vorgestellt werden. Pjöngjang hatte 2015 beschlossen, seine Standardzeit um eine halbe Stunde nach hinten zu verschieben.

Mit Informationen von Kathrin Erdmann, ARD-Studio Tokio, z.Z. in Seoul

Trump, Abe und Putin - alle wollen Kim
Kathrin Erdmann, ARD Tokio, zzt. Seoul
29.04.2018 15:09 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 29. April 2018 Deutschlandfunk um 15:00 Uhr und Deutschlandfunk Kultur um 17:05 Uhr.

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