Gabriel | Bildquelle: REUTERS

Nach Nordkoreas Raketentest Deutschland reduziert Diplomaten

Stand: 30.11.2017 17:19 Uhr

Deutschland zieht nach dem jüngsten Raketentest Nordkoreas einige Diplomaten aus Pjöngjang ab. Damit folgt Berlin der Forderung der USA - allerdings in geringerem Umfang. Die US-Regierung will Nordkorea komplett abschotten, stößt mit diesem harten Kurs aber auf Kritik.

Als Reaktion auf die fortwährenden Provokationen Nordkoreas und den jüngsten Raketentest des Landes will Deutschland seine diplomatischen Beziehungen zu Pjöngjang einschränken. Das Personal in der deutschen Botschaft in Pjöngjang solle reduziert werden, teilte Außenminister Sigmar Gabriel nach einem Treffen mit seinem US-Amtskollegen Rex Tillerson in Washington mit. Darunter befinde sich aber nicht der deutsche Botschafter in Nordkorea, Thomas Schäfer.

Allerdings ist zunächst noch unklar, wie viele Mitarbeiter zurückbeordert werden sollen. Der Nachrichtenagentur dpa zufolge handele es sich lediglich um einen Diplomaten. Die Agentur AFP sprach von zwei Diplomaten, die bereits abberufen wurden, ein dritter solle folgen.

Das Auswärtige Amt habe den nordkoreanischen Botschafter in Berlin bereits über den Abzug des Personals informiert. Im Gegenzug solle auch Nordkorea Diplomaten aus Deutschland abberufen. Gabriel ließ offen, ob der "diplomatische Druck auf Nordkorea" noch weiter erhöht werden solle. Das würde in Absprache mit weiteren EU-Staaten entschieden.

"Anker in Pjöngjang" nicht lichten

Zuvor hatte die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley bei einer Dringlichkeitssitzung des Gremiums Länder weltweit dazu aufgefordert, sämtliche Verbindungen in den Bereichen Militär, Wissenschaft, Technik und Handel mit Nordkorea zu kappen. Das US-Außenministerium rief direkt das Auswärtige Amt in Berlin dazu auf, den Botschafter Schäfer abzuziehen.

Das war allerdings bei mehreren Politikern in Europa auf Widerspruch gestoßen. Aus der Sicht des Transatlantik-Koordinators der Bundesregierung und außenpolitischen Sprechers der Union, Jürgen Hardt, wäre das ein falsches Signal. Letztlich könne es in dem Streit mit Nordkorea nur eine diplomatische Lösung geben und dafür sei es gut, wenn Europa mit der deutschen Botschaft "einen Anker in Pjöngjang" hätten.

Im ARD-Morgenmagazin warnte auch Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn explizit davor, die Gespräche mit Nordkorea abzubrechen: "Wenn alles geschlossen wird, alle Dämme gebrochen sind, dann bleibt ja nur eines: Dass man dann mit Gewalt reagiert. Und das kann ja auch nicht gehen."

Jean Asselborn, Außenminister Luxemburg, zum Nordkorea-Konflikt
Morgenmagazin, 30.11.2017

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Russland: USA provozieren Kim

Eine weitere Kernforderungen, die UN-Botschafterin Haley als Konsequenz nach dem weiteren Raketentest aufstellte: Von China soll kein Öl mehr nach Nordkorea geliefert werden. Die Volksrepublik hatte seinen Export in das Nachbarland bereits im Oktober eingestellt, jedoch nicht komplett gestoppt.

Doch China reagierte ablehnend auf den Appell von den USA. Der Konflikt mit Nordkorea müsse durch "Verhandlung und Dialog" gelöst werden, betonte der chinesische Außenamtssprecher Geng Shuang die in den vergangenen Monaten schon so oft wiederholte Haltung der Regierung Pekings.

Und auch Russland zieht die Wirkung von weitere Sanktionen in Zweifel. Der Druck durch Strafmaßnahmen sei "erschöpft", zitierte die Nachrichtenagentur Tass den russischen Außenminister Sergej Lawrow. Der Politiker übte harsche Kritik an der harten Gangart der USA. Diese Haltung könne den jüngsten Raketentest sogar provoziert haben, sagte Russlands Außenminister Lawrow weiter: "Es scheint, als ob alles mit der Absicht gemacht wurde, damit Kim Jong Un ausrastet und eine weitere verzweifelte Tat unternimmt."

USA drängen auf Abbruch diplomatischer Beziehungen
tagesschau 14:00 Uhr, 30.11.2017, Markus Schmidt, ARD New York

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

"Welt näher an Krieg herangeführt"

Bereits im September hatte US-Präsident Donald Trump Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un mit "völliger Zerstörung" gedroht - eine Warnung, die UN-Botschafterin Haley nun wiederholte. Mit seinem Test einer Interkontinentalrakete habe sich das nordkoreanische Regime für "die Aggression entschieden" statt für einen friedlichen Prozess und die "Welt näher an einen Krieg herangeführt".

Jede US-Stadt in Reichweite?

Nordkorea hatte am Mittwoch (Ortszeit) eine Interkontinentalrakete vom Typ Hwasong-15 getestet. Anschließend erklärte das autokratisch geführte Land, das gesamte US-Festland liege nun in Reichweite nordkoreanischer Raketen. Südkoreas Militär berichtete, die Rakete sei 4500 Kilometer hoch geflogen - zehnmal höher als die Umlaufbahn der internationalen Raumstation ISS. Nach etwa 50 Minuten sei die Rakete 960 Kilometer weiter und damit 250 Kilometer westlich von Japan ins Meer gestürzt.

Nordkorea kann mit neuer Rakete US-Festland erreichen
tagesschau 20:00 Uhr, 29.11.2017, Uwe Schwering, ARD Tokio

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Über dieses Thema berichteten am 30. November 2017 die tagesschau um 17:00 Uhr und NDR Info um 17:15 Uhr.

Darstellung: