Das südkoreanische Fernsehen berichtet über den neuen Raketentest Nordkoreas. | Bildquelle: REUTERS

Neuer Test mit Hwasong-15 Nordkorea feuert seine stärkste Rakete ab

Stand: 29.11.2017 08:29 Uhr

Nordkorea hat nach eigenen Angaben einen neuen Raketentyp erfolgreich getestet. Die Rakete sei zehnmal höher geflogen als die Umlaufbahn der ISS, so das südkoreanische Militär. Pjöngjang sieht sich nun in der Lage, das gesamte US-Territorium anzugreifen. Der Protest ist massiv.

Nordkorea hat seine bisher weitreichendste Interkontinentalrakete getestet. Nach rund zweieinhalb Monaten ließ Machthaber Kim Jong Un erstmals wieder eine ballistische Rakete von Pyongsong nahe der Hauptstadt Pjöngjang in Richtung Osten starten, wie die Führung der südkoreanischen Streitkräfte mitteilte.

Nordkorea provoziert mit neuem Raktetentest
tagesschau24 15:00 Uhr, 29.11.2017, Uwe Schwering, ARD Tokio

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Nordkorea selbst gab an, einen neuen Typ - die Interkontinentalrakete Hwasong-15 - erfolgreich getestet zu haben. Das Land sehe sich nun zu Angriffen auf das gesamte Territorium der USA in der Lage, hieß es in einer in staatlichen Medien verbreiteten Erklärung.

Hwasong-15 könne mit einem großen Sprengkopf bestückt werden. Damit habe Nordkorea sein "historisches Ziel" erreicht, eine Atommacht zu werden.

Kim Jong Un bei einer TV-Ansprache zum erneuten Raketentest | Bildquelle: AFP
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Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un verkündet im Staatsfernsehen seinen neuen Erfolg. Er sieht sein "historisches Ziel" erreicht, eine Atommacht zu werden.

Zehnmal höher als die ISS

Nach Angaben von US-Verteidigungsminister James Mattis wurde die Rakete um 17.17 Uhr MEZ abgefeuert und flog so hoch wie keine vor ihr. Allerdings habe der Raketentest "keine Gefahr für Nordamerika, unsere Gebiete oder unsere Verbündeten dargestellt". Die große Flughöhe und die demonstrierte potenzielle Reichweite deuten aber auf neue Fortschritte Nordkoreas bei der Entwicklung seiner Raketentechnologie hin.

Südkoreas Militär berichtete, die Rakete sei 4500 Kilometer hoch geflogen - zehnmal höher als die Umlaufbahn der internationalen Raumstation ISS. Nach etwa 50 Minuten sei die Rakete 960 Kilometer weiter und damit 250 Kilometer westlich von Japan ins Meer gestürzt. Damit könnte sie nach Expertenansicht das US-Kernland erreichen, wenn sie von einem Standard-Abschusswinkel abgefeuert eine normale Flugbahn erreicht hätte.

Allerdings ist weiter fraglich, ob die Sprengköpfe auf Nordkoreas Raketen auch den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre überstünden.

Ballistische Raketen

Ballistische Raketen können mit konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengköpfen bestückt werden. Die im antriebslosen Flug zurückgelegte Strecke - auch Freiflugphase genannt - kann bis zu zehn Mal so lang sein wie der Weg, den die Rakete mit Antrieb während der Schubphase zurücklegt.

Dringlichkeitssitzung in New York - gleich heute

Als Reaktion telefonierte US-Präsident Donald Trump mit Südkoreas Präsident Moon Jae In und mit Japans Ministerpräsident Shinzo Abe. Trump erklärte: "Das ist eine Situation, mit der wir umgehen werden." Der Raketenstart ändere nichts an der Nordkorea-Politik der USA.

Abe verurteilte den Raketenstart, der "die Sicherheit sowohl Japans als auch der USA bedrohe". Tokio gab allerdings keinen Befehl zum Abschuss der Rakete. Man sei zu der Einschätzung gelangt war, dass sie weder auf japanischem Territorium noch in den Hoheitsgewässern landen würde, sagte Verteidigungsminister Itsunori Onodera.

Japan, Südkorea und die USA beantragten eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats, der am Nachmittag (Ortszeit) in New York zusammenkommen will.

Südkorea reagiert mit Manövern

Südkorea sah einen Grund zum sofortigen Handeln. Nur fünf Minuten nach dem Start der Rakete reagierte das Militär mit Manövern und schoss drei Raketen für Zielübungen ins Meer. Präsident Moon sagte, die Tests stellten eine Bedrohung für den Weltfrieden dar. Er forderte härtere Sanktionen gegen Nordkorea und betonte, Südkorea werde nicht einfach "da sitzen und zusehen", wie Nordkorea provoziere.

China zeigte sich besorgt und rief Nordkorea und die USA zu Verhandlungen auf. Nordkorea müsse sich an die UN-Resolutionen zu halten, die dem Land solche Raketenstarts untersagen. Pjöngjang solle nichts tun, was die Spannungen auf verschärfe.

Das südkoreanische Fernsehen zeigt Aufnahmen vom erneuten nordkoreanischen Raketentest. | Bildquelle: AFP
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Nordkorea spricht von seiner bislang stärksten Rakete, die abgefeuert wurde. International wurde der Test massiv verurteilt.

Internationale Proteste

Auch in anderen Ländern und Institutionen stieß der neue Raketentest auf scharfe Kritik. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte: "Dies ist ein weiterer Bruch zahlreicher UN-Sicherheitsrats-Resolutionen, der die regionale und internationale Sicherheit untergräbt."

Kanzlerin Angela Merkel verurteilte "Nordkoreas neueste Provokation" scharf. "Es ist wichtiger denn je, gegen die Bedrohung der internationalen Sicherheit durch Pjöngjang zusammenzustehen", teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit.

In den vergangenen Monaten hatten sich die Spannungen in der Region deutlich verschärft, nachdem Kim mehrfach Raketen sowie Anfang September eine weitere Atombombe testen ließ und damit gegen UN-Resolutionen verstoßen hatte. Die USA hatten Nordkorea vor einer Woche auf die Liste der staatlichen Unterstützer von Terrorismus gesetzt, was Pjöngjang als schwere Provokation kritisiert hatte.

Reaktionen auf Nordkoreas Raketentest
Jürgen Hanefeld, ARD Tokio
29.11.2017 05:33 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. November 2017 um 05:30 Uhr.

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