Nobelpreis | Bildquelle: dpa

3D-Mikroskopie Chemie-Nobelpreis an Frank, Dubochet und Henderson

Stand: 04.10.2017 14:00 Uhr

Der Nobelpreis für Chemie geht an den deutschstämmigen US-Amerikaner Joachim Frank. Mit ihm werden der Schweizer Jacques Dubochet und der Brite Richard Henderson für die Entwicklung der Kryo-Elektronenmikroskopie ausgezeichnet. Frank zeigte sich von der Ehrung völlig überwältigt.

Der deutschstämmige US-Amerikaner Joachim Frank, der Schweizer Jacques Dubochet und der Brite Richard Henderson bekommen den Nobelpreis für Chemie 2017. Das teilte die Königliche Schwedische Akademie der Wissenschaften mit. Die Forscher werden damit für ihren Beitrag zur Entwicklung der Kryo-Elektronenmikrokospie gewürdigt - einem Methode zur besseren, dreidimensionalen Darstellung von Bio-Molekülen.

Das Nobelpreis-Komitee beschreibt die Arbeit der drei Forscher als einen "Quantensprung für die Biochemie", der neue Einblicke in die "Moleküle des Lebens" verschaffe. Der Preis ist insgesamt mit umgerechnet rund 935.000 Euro dotiert.

Von Siegen nach New York

Der Deutsch-Amerikaner Frank wurde 1940 in Siegen geboren. Er forscht an der Columbia University in New York City. Hendron arbeitet im Labor für Molekularbiologie im englischen Cambridge, Dubochet an der Universität von Lausanne.

Frank zeigte sich vom Anruf des Nobel-Komitees so überwältigt, dass er sich am Telefon ständig wiederholte. "'Das sind wundervolle Neuigkeiten. Diesen Satz habe ich wieder und wieder gesagt", berichtete der 77-Jährige, nachdem er die Nachricht aus Stockholm bekommen hatte. "Ich dachte, die Chancen seien winzig." In diesem Fall habe es ihn nicht gestört, früh aus dem Bett geklingelt zu werden.

Seine Lieblings-Moleküle seien Ribosomen, die Proteinfabriken der Zellen, sagte Frank. Der praktische Nutzen der Entwicklung sei "immens", sagte der Wissenschaftler. Bis sie beispielsweise in der Medizin genutzt werde, werde es allerdings wahrscheinlich noch mehrere Jahre dauern.

Chemie-Nobelpreis für Entwicklung der Kryo-Elektronenmikroskopie
tagesschau 15:00 Uhr, 04.10.2017, Thomas Hillebrandt / Elena Weidt, SWR

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Was die Forschung so wichtig macht

Nach Einschätzung der Jury wird die neuartige Mikroskop-Technologie die Entwicklung von Medikamenten revolutionieren. "Wir werden neue Medizin auf einem komplett anderen Level entwerfen können", sagte Nobeljuror Peter Somfai der Nachrichtenagentur dpa. Mit Kryo-Elektronenmikroskopie sei vor kurzem ein exzellentes Bild des Zika-Virus gelungen. Jetzt gebe es eine neue Sicht darauf, "wie man ihn angreifen kann", sagte der Spezialist für organische Chemie an der Universität Lund. Das gleiche gelte für Bakterien. "Wir haben nun eine komplett neue Möglichkeit, Medikamente gegen resistente Bakterien zu entwickeln."

Die Methodik hätten Joachim Frank, Jacques Dubochet und Richard Henderson bereits in den 1980er- und 1990er-Jahren entwickelt. Damals sei die Auflösung aber noch zu gering gewesen. "Jetzt explodiert diese Technologie", sagte Somfai. Jede Universität und viele pharmazeutische Unternehmen wollten sie haben. Bald werde sie wahrscheinlich zum Standard in der Medikamenten-Forschung.

Und morgen: der Literaturnobelpreis

Mit der Bekanntgabe der Preisträger für Chemie ist die Auszeichnung bereits in drei Kategorien vergeben: Am Montag wurde den US-Forschern Jeffrey C. Hall, Michael Rosbash und Michael W. Young der Nobelpreis für Medizin zugesprochen, am Dienstag ging der Physik-Nobelpreis an Rainer Weiss, Barry Barish und Kip Thorne. Am Donnerstag wird bekannt gegeben, wer den Literaturnobelpreis erhält, der Friedensnobelpreis ist am Freitag in Oslo dran.

Chemie-Nobelpreis für Kryo-Elektronenmikroskopie
Carsten Schmiester, ARD Stockholm
04.10.2017 13:40 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Oktober 2017 u.a. um 12:00 Uhr.

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