Der brasilianische Fußballer Neymar steht im Visier von Steuerfahndern | Bildquelle: AP

Fußballer soll Steuern hinterzogen haben Millionen aus Neymars Vermögen eingefroren

Stand: 16.02.2016 11:27 Uhr

Der brasilianische Fußballstar Neymar steht schon länger im Visier von Steuerfahndern. Brasilianische Ermittler haben nun Vermögen im Wert von 40 Millionen Euro blockiert, darunter eine Jacht und einen Privatjet. Neymar soll über Scheinfirmen Steuern in Millionenhöhe hinterzogen haben.

Die brasilianische Justiz hat Eigentum des Fußballstars Neymar im Wert von mehr 40 Millionen Euro blockiert. Betroffen seien sein Privatflugzeug, eine Jacht, Bankkonten und Immobilien des Barcelona-Stürmers in sechs Städten Brasiliens, berichtete das Nachrichtenportal UOL. Damit solle eine Forderung der Steuerbehörden von umgerechnet 42,5 Millionen Euro abgedeckt werden.

Neymar und seine Familie sollen unter anderem über Scheinunternehmen in Brasilien zwischen 2011 und 2013 rund 14 Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben. Die von der Justiz angeordnete Eigentumsblockade geht vom dreifachen Wert der mutmaßlichen Hinterziehung aus. Dieser Betrag wird nach brasilianischem Recht als Strafgeld im Fall von vorsätzlichem Steuerbetrug berechnet.

Unter die Lupe genommen wird zurzeit auch der Transfer Neymars vom FC Santos zum FC Barcelona. Der katalanische Verein soll einen Teil der vereinbarten Summe an Marketingfirmen des Stürmers gezahlt haben, wobei geringere Steuersätze als bei direkten Einnahmen des Stars angefallen seien. Die Rechtsanwälte Neymars bestreiten die Beschuldigungen. Auch die spanische Justiz ermittelt gegen Neymar wegen Steuerhinterziehung.

Auch Messi im Fokus der Justiz

Neymar ist nicht der erste Fußballstar, der Schwierigkeiten mit den Steuerbehörden bekommt. Auch seinem Vereinskollegen beim FC Barcelona, Lionel Messi, wird zur Last gelegt, in den Jahren 2007, 2008 und 2009 das Finanzamt um 4,1 Millionen Euro an Steuern betrogen zu haben. Der Prozess gegen ihn und seinen Vater soll im Mai in Barcelona beginnen.

Die Anwälte des Finanzamts forderten für Messi und seinen Vater je 22 Monate Haft. Der Vater hatte allerdings in seiner Vernehmung durch den Ermittlungsrichter alle Verantwortung für die steuerlichen Angelegenheiten seines Sohnes auf sich genommen.

Brasiliens Justiz konfisziert Eigentum von Neymar
A. Herrberg, ARD Buenos Aires
16.02.2016 14:28 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 16. Februar 2016 um 15:00 Uhr.

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