Fahnen wehen vor dem NATO-Hauptquartier in Brüssel | Bildquelle: dpa

Treffen der Verteidigungsminister Wird die NATO in der Flüchtlingskrise helfen?

Stand: 10.02.2016 01:39 Uhr

Wie kann die NATO helfen, die Flüchtlingskrise in der EU zu bewältigen? Für die Allianz ist klar, dass ein Hauptgrund der Krise der Krieg in Syrien ist. Ein NATO-Einsatz dort gilt als unwahrscheinlich, aber die Verteidigungsminister müssen über eine Anfrage der USA nach Awacs-Aufklärungsflugzeugen entscheiden.

Von Kai Küstner, ARD-Studio Brüssel

Niemand ist so blauäugig zu glauben, dass ein Militärbündnis das Flüchtlingsproblem der EU lösen könnte. Aber ein wenig helfen, die Seegrenze zwischen der Türkei und Griechenland abzusichern, könnte die NATO nach Ansicht vieler durchaus. Jedenfalls war es das, was die deutsche Kanzlerin und der türkische Regierungschef im Sinn hatten, als sie diesen Gedanken am Montag erstmals ins Gespräch brachten.

Für die NATO ist die Idee noch so neu, dass sie sich heute erstmals mit ihr befassen wird. Generalsekretär Jens Stoltenberg schloss ein Eingreifen des Bündnisses gegen Menschenschmuggler im Mittelmeer jedenfalls nicht aus, als er am Dienstag erklärte: Die NATO werde die Anfrage sehr ernsthaft prüfen. Das Bündnis hatte gerade erst beschlossen, zur Sicherung der türkischen Grenze unter anderem mehr Schiffe ins östliche Mittelmeer zu entsenden. Die Möglichkeiten, Schlepper-Boote aufzuspüren, hätte es durchaus.

Bettina Scharkus, ARD Brüssel, zum Treffen der NATO-Verteidigungsminister
ARD-Morgenmagazin, 10.02.2016

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Krieg in Syrien - Kritik an Russland

Einer der Hauptgründe für die europäische Flüchtlingskrise ist der Krieg in Syrien. Die Rolle Russlands in diesem Konflikt hatten sowohl die deutsche Kanzlerin als auch der NATO-Generalsekretär zuletzt noch stärker kritisiert als zuvor: Die russischen Luftangriffe in Aleppo, erklärte jetzt Stoltenberg, würden die Friedensbemühungen untergraben und Zehntausende Menschen an die türkische Grenze treiben.

NATO-Einsatz in Syrien - unwahrscheinlich

Dass die NATO selbst im Syrien-Konflikt aktiv wird, gilt nunmehr als unwahrscheinlich: Die USA hatten ganz offiziell NATO-Awacs-Aufklärungsflugzeuge angefragt. Insbesondere die Deutschen aber haben Bedenken dagegen, dass die Allianz selbst im Kampf gegen den "Islamischen Staat" Flagge zeigt.

Ein möglicher Kompromiss könnte so aussehen: Die NATO-AWACS, die oft eine deutsche Besatzung haben, kommen nicht in Syrien selbst, sondern an weniger brisanten Orten zum Einsatz. Nämlich genau dort, wo sich bereits US-Aufklärungsflieger befinden. Diese US-Maschinen wiederum würden dann für den Kampf gegen den "Islamischen Staat" freiwerden.

Hilft die NATO bald der EU in der Flüchtlingskrise?
K. Küstner, ARD Brüssel
10.02.2016 00:04 Uhr

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