Emmanuel Macron und Marine Le Pen | Bildquelle: AFP

Wahl in Frankreich Europa-Freund gegen Europa-Feindin

Stand: 24.04.2017 05:23 Uhr

Der parteilose Macron liegt nach dem ersten Wahlgang vorne, Front-National-Chefin Le Pen folgt auf Platz zwei, die etablierten Parteien sind raus. Wer von den beiden schafft es, bei der Stichwahl die Stimmen der Konservativen zu bekommen?

Von Kerstin Gallmeyer, ARD-Studio Paris

Spannender hätte ein Wahlausgang wohl nicht sein können. Gebannt schaute ganz Frankreich um 20 Uhr auf die Fernsehbildschirme, um zu erfahren, welche beiden Präsidentschaftskandidaten das Rennen gemacht haben. "Emmanuel Macron liegt vorn mit 23,7 Prozent, auf dem zweiten Platz ist Marine Le Pen mit 21,7," verkündete der Moderator des französischen Fernsehsenders France 2.

Bis in die frühen Morgenstunden wurden die Stimmen ausgezählt. Doch es blieb bei einem engen Rennen zwischen dem Links-Mitte-Kandidaten Macron und der rechtsextremen Front-National-Chefin Marine Le Pen. Nachdem alle Wahlzettel ausgewertet waren, kam Macron auf knapp 24 Prozent der Stimmen, Le Pen auf rund 21,5 Prozent.

"Weckruf für eine Neuordnung der französischen Politik"

Die ganz große Überraschung ist damit ausgeblieben. Umfragen hatten seit Wochen eine Stichwahl zwischen dem weltoffenen und europafreundlichen Macron und der auf Frankreichs Abschottung und einen EU-Austritt setzenden Le Pen vorhergesagt. Allerdings wurden auch dem konservativen Kandidaten Francois Fillon sowie dem ultralinken Jean-Luc Mélenchon noch gute Chancen auf die Stichwahl eingeräumt.

Rechtspopulistin duelliert sich in Stichwahl mit Pro-Europäer Macron
tagesthemen 23:15 Uhr, 23.04.2017, Marion Schmickler, ARD Paris

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Das Ergebnis für Macron an der Spitze sorgte für Jubel im Lager des "En Marche"-Kandidaten. "Macron hat auf der Grundlage des Vereinens und der Erneuerung das Vertrauen von Millionen Französinnen und Franzosen erhalten, die ihn auf Platz 1 gewählt haben," sagt der Sprecher von Macron Richard Ferrand. "Das ist heute Abend ein deutlicher Weckruf für eine Neuordnung der französischen Politik."

Doch auch im Lager der Zweitplatzierten, der rechtsextremen Front National-Kandidatin Marine Le Pen wurde gefeiert. Wenn auch etwas verhaltener. Dort wird man in den kommenden zwei Wochen alles daran setzen, auf Stimmenfang bei den Wählern zu gehen, um die Stichwahl zu gewinnen. Marine Le Pen rief dazu in ihrer bekannten Manier auf: "Es ist Zeit, das französische Volk von den arroganten Eliten zu befreien, die dem Volk sein Verhalten vorschreiben wollen. Ich bin die Kandidatin des Volkes. Ich rufe alle aufrechten Patrioten dazu auf, sich mir anzuschließen."

Fillon: "Extremismus kann nur Unglück über Frankreich bringen"

Ob Marine Le Pen dabei aber auf die Stimmen aus dem konservativen Lager hoffen kann, ist nicht ausgemacht. Denn deren geschlagener Kandidat Fillon, gestand nicht nur seine Niederlage ein. Er rief im gleichen Atemzug dazu auf, gegen die rechtsextreme Partei zu stimmen: "Der Front National hat eine Geschichte, die für seine Gewalt und seine Intoleranz bekannt ist. Sein Wirtschaftsprogramm würde unser Land in den Bankrott führen. Zu diesem Chaos muss man das Chaos in Europa dazurechnen mit dem Austritt aus dem Euro. Extremismus kann nur Spaltung und Unglück über Frankreich bringen. Ich werde daher für Emmanuel Macron stimmen."

Auch wenn vor dem zweiten Wahlgang die Karten noch einmal neu gemischt werden, Umfragen hatten bislang für ein Duell Macron gegen Le Pen einen deutlichen Sieg des Europafreunds Macron vorhergesagt. Wer ihr nächster Präsident oder Präsidentin wird, werden die Franzosen in zwei Wochen entscheiden.

Macron und Le Pen in Stichwahl
K. Gallmeyer, ARD Paris
23.04.2017 22:14 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 23. April 2017 um 23:15 Uhr.

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