Zerstörte Autos in einem Stadtviertel von Mossul. | Bildquelle: dpa

Tote Zivilisten in Mossul US-Militär war wahrscheinlich beteiligt

Stand: 29.03.2017 09:33 Uhr

Das US-Militär hat erstmals eingeräumt, am Tod von vielen Zivilisten bei einer Explosion in Mossul möglicherweise beteiligt gewesen zu sein. Bei dem Vorfall am 17. März waren mehr als 100 Menschen getötet worden. Amnesty und UN kritisierten die Zahl ziviler Opfer scharf.

Nach der schweren Explosion mit etlichen toten Zivilisten im Westteil der irakischen Stadt Mossul hat das US-Militär eine Schuld an dem Vorfall nicht mehr ausgeschlossen. "Meine erste Einschätzung ist, dass wir wahrscheinlich an den Todesopfern beteiligt waren", sagte der US-Kommandeur der Anti-IS-Mission, General Stephen Townsend.

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tagesschau 14.00 Uhr, 29.03.2017

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Zivilisten wurden nicht absichtlich angegriffen

Es habe mehrere US-Luftangriffe in der Gegend gegeben. Townsend betonte aber, dass man keineswegs absichtlich Zivilisten angegriffen habe. Das Zentralkommando untersucht den Vorfall. Der Angriff sei auf Anfrage der irakischen Streitkräfte geflogen worden, die eine Offensive gestartet hatten, um auch noch den Westteil Mossuls von der IS-Terrormiliz zurückzuerobern.

US-Kampflugzeu vom Typ F-18 auf dem Flugzeugträger USS George H.W. Bush. | Bildquelle: dpa
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Mit solchen Kampfflugzeugen vom Typ F-18 führt das US-Militär Angriffe in Syrien und dem Irak aus.

In Folge der gewaltigen Explosion im Westen der Metropole am 17. März waren verschiedenen Berichten zufolge mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Kritiker werfen der neuen US-Regierung vor, die Luftangriffe verschärft zu haben und weniger Rücksicht auf Zivilisten zu nehmen. Townsend wies die Darstellung zurück, dass Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz Unbeteiligter gelockert worden seien. Ähnlich hatte sich John Thomas, Sprecher des US-Zentralkommandos, in Tampa geäußert. Es gebe keine Überlegungen, die Vorgehensweise im Irak oder in Syrien zu ändern. Man gehe vorsichtig vor, um zivile Ziele von militärischen zu unterscheiden.

Schwere Kritik von Amnesty und UN

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte dagegen den irakischen Streitkräften und der US-geführten internationalen Militärkoalition vorgeworfen, bei den Kämpfen um die irakische Stadt Mossul das Leben von Zivilisten nicht ausreichend zu schützen. Damit würden sie gegen internationales Recht verstoßen. "Sowohl die Luftangriffe der US-geführten Koalition als auch die Gefechte am Boden zwischen der irakischen Armee und IS-Kämpfern haben in den letzten Monaten zu einer erschütternden Zunahme an zivilen Opfern geführt", erklärte die Organisation am Dienstag. Auch die Vereinten Nationen forderten mehr Rücksichtnahme bei den Kampfhandlungen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 29. März 2017 um 10:00 Uhr.

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