Zerstörte Häuser in der irakischen Stadt Mossul | Bildquelle: dpa

UN zur Lage in Mossul "Wir fürchten um ihr Leben"

Stand: 24.01.2017 14:34 Uhr

Die Vereinten Nationen sorgen sich um 750.000 Zivilisten, die in dem vom IS kontrollierten Gebiet der Stadt Mossul im Nordirak leben. Die Terrorgruppe verweigere den Bewohnern Lebensmittel, Wasser und Medikamente.

Die Vereinten Nationen (UN) fürchten um das Leben der Menschen in dem von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) kontrollierten Westteil der nordirakischen Stadt Mossul. Die UN-Koordinatorin für humanitäre Hilfe im Irak, Lise Grande, erklärte, bei der bevorstehenden Offensive der irakischen Truppen zur Rückeroberung von West-Mossul müsse zum Schutz der hunderttausenden Zivilisten dort "alles getan" werden. Sie seien "extrem gefährdet".

Die Vereinten Nationen rechnen mit Militäraktionen zur Rückeroberung in den kommenden Wochen. "Was wir aus West-Mossul hören, ist erschreckend", sagte Grande. "Nach allen Berichten verschlimmert sich die Situation dort rasant. Die Preise für Nahrungsmittel gehen durch die Decke. Manche Familien haben nur eine Mahlzeit am Tag. Einige Leute verbrennen Möbel, um zu heizen." Ein Massenexodus könne nicht ausgeschlossen werden.

Irak kontrolliert Ostteil der Stadt

Grande fügte hinzu, die UN sei "erleichtert", dass viele Menschen in Ost-Mossul nach der Eroberung durch irakische Truppen in ihren Häusern hätten bleiben können. Das irakische Militär hatte vergangene Woche die "Befreiung" des gesamten Ostteils von Mossul verkündet. Die IS-Kämpfer kontrollieren aber weiter das Stadtgebiet westlich des Tigris. Dort leben Schätzungen zufolge 750.000 Menschen, im Ostteil sollen es 550.000 sein.

Im Oktober hatten die irakischen Streitkräfte und kurdische Peschmerga-Kämpfer mit Unterstützung der von den USA angeführten Militärkoalition eine Großoffensive zur Rückeroberung Mossuls begonnen. Angesichts der Offensive flohen etwa 180.000 Menschen aus der Region.

Einen Lichtblick gibt es im Ostteil der Stadt: Nach Angaben des Kinderhilfswerks UNICEF nahmen dort am Wochenende 30 Schulen für mehr als 23.000 Kinder ihren Betrieb wieder auf. Weitere 40 Schulen sollen in Kürze wieder öffnen, wie ein UNICEF-Sprecher in Genf berichtete.

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