Gekentertes Schlauchboot im Mittelmeer | Bildquelle: REUTERS

Schlauchboote gekentert Bis zu 250 Tote im Mittelmeer befürchtet

Stand: 24.03.2017 04:46 Uhr

Vor der libyschen Küste hat sich offenbar wieder ein Bootsunglück ereignet. Laut UN-Flüchtlingshilfswerk könnten bis zu 250 Menschen ertrunken sein. Nach Angaben einer spanischen Hilfsorganisation sind zwei gekenterte Schlauchboote gefunden worden.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR befürchtet, dass bei einem Bootsunglück auf dem Mittelmeer bis zu 250 Menschen ums Leben gekommen sein könnten. Zuvor hatten private Rettungsorganisationen von zwei Schlauchbooten gesprochen, die vor der Küste Libyens gekentert seien. Fünf Tote seien geborgen worden, sagte eine Sprecherin der Retter von Pro Activa Open Arms. Die restlichen Menschen seien "verschwunden". Auf jedem Boot könnten mehr als 120 Menschen gewesen seien, da Schlepper die Schiffe oft überladen würden. "Eine Tragödie, ein kollektives Scheitern", twitterte die UNHCR-Sprecherin Carlotta Sami.

In diesem Jahr sind bereits mehr als 520 Migranten im Mittelmeer ums Leben gekommen, die allermeisten davon auf der zentralen Route von Libyen in Richtung Italien: Dort waren es mindestens 480 Tote - im Vorjahreszeitraum waren es knapp 160. Bisher kamen in Italien in diesem Jahr knapp 20.000 Menschen an. Die Zahl der Toten könnte jedoch weit höher liegen, weil oft nicht klar ist, wie viele Menschen überhaupt auf den Booten waren.

Die Politik versucht derzeit, über Vereinbarungen mit Libyen Flüchtlinge von der lebensgefährlichen Überfahrt nach Europa abzuhalten. Helfer schildern allerdings, dass in den Lagern in Libyen meist menschenunwürdige Zustände herrschen. Seit langem prangern Hilfsorganisationen die Gleichgültigkeit gegenüber der Flüchtlingskatastrophe an. "Wenn die Opfer Europäer wären, würden sie Schlagzeilen füllen, aber sie sind unsichtbare Opfer", schrieb Pro Activa Open Arms auf Facebook.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. März 2017 um 02:00, 03:00, 05:00, 06:00 und 08:00 Uhr in den Nachrichten.

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