Ein umgekipptes Flüchtlingsboot

Schiffskatastrophen im Mittelmeer UN befürchten Tod von 700 Flüchtlingen

Stand: 29.05.2016 11:57 Uhr

Seit Tagen gibt es Meldungen über neue Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer. Wie viele Menschen in den vergangenen Tagen bei der Überfahrt starben, weiß niemand genau. Von mindestens 700 Toten sprechen die UN mittlerweile.

Beim Untergang mehrerer Boote im Mittelmeer südlich von Italien könnten nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 700 Flüchtlinge ums Leben gekommen sein. Die Zahlen gründeten sich auf Aussagen von Überlebenden, teilte Carlotta Sami vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR mit. Es seien drei Schiffsuntergänge vom Mittwoch, Donnerstag und Freitag berücksichtigt.

UN befürchten Tod von über 700 Flüchtlingen im Mittelmeer
tagesschau 13:15 Uhr, 29.05.2016

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Viele Menschen vermisst

Nach dem Kentern eines Flüchtlingsboots am Mittwoch würden noch 100 Menschen vermisst, so die UNHCR-Sprecherin. Rund 550 weitere seien seit dem Untergang eines anderen Boots am Donnerstagmorgen verschollen. Dieses Gefährt mit 670 Insassen habe keinen eigenen Motor gehabt, sondern sei von einem Schmugglerboot gezogen worden. Nach einem dritten Unglück am Freitag seien 45 Leichen geborgen worden, viele weitere Menschen würden vermisst. "Wenn wir diese düsteren Zahlen zusammenführen, so schätzen wir, dass es mindestens 700 Opfer gibt - ohne Sicherheit in Bezug auf die Zahlen und die Identität der Opfer."

Schon am Samstag hatten Hilfsorganisationen von möglicherweise Hunderten Opfern bei Flüchtlingsunglücken der vergangenen Tage gesprochen. Davon hätten Überlebende bei ihrer Ankunft im sizilianischen Hafen Pozzallo berichtet, hatte die Hilfsorganisation "Save the Children" erklärt.

Karte: Italien, Libyen und das Mittelmeer
galerie

Das Mittelmeer gilt als die gefährlichste Flüchtlingsroute der Welt.

13.000 Gerettete seit Wochenanfang

Das gute Wetter und die ruhige See hatten in den vergangenen Tagen viele Flüchtlinge dazu bewegt, die gefährliche Überfahrt von Libyen nach Italien zu wagen. Etwa 13.000 Menschen wurden seit Wochenanfang von Marine- und Rettungsschiffen an Bord genommen. Allein am Samstag waren es mehr als 650. Nach der Havarie am Freitag hatte das italienische Marineschiff "Vega" die 45 geborgenen Opfer und 135 Überlebende aufgenommen. Es nahm Kurs auf Reggio Calabria.

Mittelmeer - die gefährlichste Route

Das Mittelmeer gilt als die gefährlichste Flüchtlingsroute der Welt: Insgesamt starben nach Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration in diesem Jahr bislang 1475 Menschen auf hoher See. Seit Beginn des Jahres kamen laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR fast 38.000 Menschen nach Italien. Die meisten stammen aus Ländern wie Eritrea, Nigeria, Somalia und dem Sudan.

Im vergangenen Jahr waren viele Flüchtlinge in der EU angekommen, indem sie von der türkischen Küste aus auf die nahe gelegenen griechischen Inseln übersetzten. Aufgrund des Abkommens zwischen der EU und der Türkei ist dieser Weg jedoch schwieriger geworden: Die Türkei muss nach dieser Vereinbarung alle auf irregulärem Weg nach Griechenland eingereisten Migranten zurücknehmen. Zudem schlossen die Länder auf der Balkanroute ihre Grenzen, so dass für die in Griechenland angekommenen Flüchtlinge eine Weiterreise nach Nordeuropa auf dem Landweg unmöglich wurde.

Friedhof Mittelmeer: Hunderte Menschen sterben bei der Überfahrt
T. Kleinjung, ARD Rom
29.05.2016 20:04 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Darstellung: