Der Generaldirektor des Rüstungskonzerns Almas-Antei, Jan Nowikow, bei der Pressekonferenz zum Absturz von MH17. | Bildquelle: AFP

Absturz von MH17 Neue Tests, alte These

Stand: 13.10.2015 16:54 Uhr

Dem Abschlussbericht zum MH17-Absturz setzt Russland eine eigene These entgegen. Simulationstests und technische Details sollen beweisen, dass die Separatisten das Flugzeug gar nicht abgeschossen haben können.

Von Hermann Krause, ARD-Hörfunkstudio Moskau

Die offizielle Linie Russlands hat sich nicht geändert: Das malaysische Passagierflugzeug MH17 wurde nicht von den Separatisten in der Ost-Ukraine abgeschossen, lautet weiter die Behauptung. Doch jetzt gebe es dafür zahlreiche Beweise.

Die schon vor Wochen aufgestellte These des Rüstungskonzern Almas-Antei wurde in einer mit technischen Details überfrachteten Pressekonferenz in Moskau erneuert. Und diesmal wurden aufwändige Simulationstest präsentiert: Auf den vorderen Teil einer ausrangierten Iljuschin wurde in einem Test eine Rakete abgefeuert, diese schlug im Cockpit ein. Die Aufnahmen einer Highspeed-Camera zeigten, wie Schrapnell-Teile nach und nach Metallplatten durchschlugen. Diese Zerstörungen wurden simultan per Computer auf die MH17 projiziert. Dadurch habe sich eindeutig der Abschusswinkel der Rakete feststellen lassen.

Fingerzeig auf die Ukraine

Der Generaldirektorvon Almas-Antei, Jan Nowikow, sagt: "Als Ergebnis der Tests können wir mit Sicherheit sagen, dass es sich bei der Rakete um den Typ 9M38 handelt. Sie wurde abgeschossen von dem Ort Saroschtschinskoje." Der ostukrainische Ort wurde zu der Zeit von ukrainischen Regierungstruppen kontrolliert.

Der Generaldirektor sagte, es gehe nicht nur um den Ort des Abschusses, sondern auch um die Raketen. Die Separatisten hätten über die Rakete, mit der das Flugzeug getroffen wurde, gar nicht verfügen können. "Die letzte Rakete eines solchen Typs wurde in der Sowjetunion 1986 hergestellt. Sie hat eine Betriebsdauer von 25 Jahren. Danach wird ihre Nutzung verboten. Wir haben alle Protokolle dazu. Diese Raketen wurden aus dem Bestand der russischen Armee genommen", so Nowikow.

"Jetzt ist alles eindeutig"

Die Ukrainer hingegen hätten noch über die Rakete verfügt, sagte der Generaldirektor. Auf die Frage, warum Russland ständig neue Versionen zum Abschuss der MH17 präsentierte, sagte Nowikow: "Wie man weiß, ist Russland immer für verschiedene Versionen eingetreten - bis endgültige Ergebnisse vorliegen. Aber jetzt ist alles eindeutig. Es geht schließlich um unsere Reputation."

Russland hatte immer wieder den Vorwurf erhoben, Vertreter von Almas-Antei und russische Flugexperten seien bei der Untersuchung der Niederländer nicht gefragt worden. Ein internationales UN-Tribunal hatte Russland  im Sicherheitsrat vor einigen Monaten verhindert, mit der Begründung, dies diene nur der Verurteilung der Russischen Föderation.

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H. Krause, ARD Moskau
13.10.2015 14:52 Uhr

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