Der Airbus A340 der Luftwaffe "Konrad Adenauer" | Bildquelle: dpa

Arbeitsbesuch bei Trump Merkel reist mit schwerem Gepäck

Stand: 27.04.2018 05:33 Uhr

Nur zweieinhalb Stunden sind für das Gespräch Kanzlerin Merkels mit US-Präsident Trump geplant - wenig Zeit angesichts der bilateralen Probleme und des schwierigen Verhältnisses beider.

Von Angela Ulrich, ARD-Hauptstadtstudio

Was für ein Kontrast: Pomp gab es gerade noch für Emmanuel Macron in Washington. Bei Angela Merkel wird es sehr viel ruhiger zugehen. Rein und wieder raus aus dem Weißen Haus, heißt es für die deutsche Kanzlerin. Sie kommt nicht zum Staats- sondern zum Arbeitsbesuch nur für wenige Stunden zu Donald Trump.

Ihr Ziel hat Merkel dennoch sehr bewusst gewählt: "Für mich ist es eine der ersten Reisen, die ich nach der Wiederwahl als Bundeskanzlerin mache, und es war mir ein wirkliches Bedürfnis, und ist mir ein Bedürfnis."

Stefan Niemann, ARD Washington, zu Merkels Besuch bei Trump
mittagsmagazin, 27.04.2018

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Merkel mag Trump nicht schmeicheln

Für Trumps Vorgänger Barack Obama war Merkel klar Ansprechpartnerin Nummer Eins in Europa. In den vergangenen Monaten war sie von der Weltbühne verschwunden, durch die langen Koalitionsverhandlungen in Berlin.

Außerdem mag die pragmatische, eher spröde Kanzlerin dem erratischen US-Präsidenten nicht schmeicheln, wie Macron das so meisterhaft beherrscht. Merkels Verhältnis zu Trump gilt als angespannt.

Dennoch hält Thomas Kleine Brockhoff vom German Marshall Fund in Berlin die Angst, Deutschland spiele nur noch die zweite Geige, für unbegründet: "Ein starkes Frankreich ist gut für Deutschland. Eine Arbeitsteilung ist gut. Ich kann an der Aufregung darüber, dass Frau Merkel angeblich in die zweite Reihe gerückt ist, nichts Negatives finden."

Merkel in Washington | Bildquelle: REUTERS
galerie

Für Merkel ist der Besuch bei US-Präsident Trump eine der ersten Reisen, die sie nach der Wiederwahl als Bundeskanzlerin antritt.

Zumal Merkel auch aus der zweiten Reihe heraus jede Menge Probleme im Gepäck hat. Sie will Trump davon abbringen, den Konflikt um Strafzölle auf Stahl und Aluminium gegen die EU weiter zu treiben. Sie will außerdem das Atomabkommen mit dem Iran retten. Hier hat Macron in den vergangenen Tagen zwar versucht, vorzuarbeiten, aber bisher ohne sichtbaren Erfolg.

Trump setzt seine Pläne um

Grünen-Außenpolitiker Jürgen Trittin ist nicht sehr optimistisch: "Am Ende muss man sich klar machen, dass Donald Trump all das, was er im Wahlkampf angekündigt hat, dann auch tatsächlich umsetzt. Er hat angekündigt, dass er die nordamerikanische Freihandelszone neu gestalten will, und er ist dabei, das zu tun. Ich fürchte, er wird seine Ankündigung auch hinsichtlich des Iran-Deals umsetzen."

Ansagen von beiden Seiten

Dazu kommen bilaterale Probleme zwischen Deutschland und den USA. Berlin hielt sich bei den Lufangriffen in Syrien heraus. Für Trump, der der Bundesregierung ohnehin ein viel zu knappes Verteidigungsbudget vorwirft, ist das ein Ärgernis.

Der US-Präsident meint außerdem, Deutschland ziehe die USA wirtschaftlich über den Tisch, durch den hohen Exportüberschuss. Dass Berlin eine Pipeline - Nordstream 2 - mit Russland baut, die manchen NATO-Partnern schadet, hebe die Stimmung im Weißen Haus auch nicht gerade, sagt Kleine Brockhoff vom German Marshall Fund.

"Das Ziel ist, das Schlimmste abzuwenden, und deshalb sind die Vorstellungen davon, was bei diesem Treffen zu erreichen ist, von beiden Seiten unterschiedlich. Trump will den Deutschen sagen, was sie tun sollen. Merkel will den Amerikanern sagen, was sie lassen sollen."

Merkel bei Trump (März 2017) | Bildquelle: REUTERS
galerie

Merkel besuchte Trump bereits einmal im März 2017

Achselzucken über Trumps Beleidigungen

Der US-Präsident beleidigt die Kanzlerin zumindest nicht mehr direkt wie noch im US-Wahlkampf. Da hatte er Merkel und ihre Flüchtlingspolitik attackiert: "Ich dachte immer, Merkel wäre eine große Anführerin. Aber was sie in Deutschland getan hat, ist geisteskrank."

Die Kanzlerin steckte das mit einem Achselzucken weg und erinnerte Trump an gemeinsame Werte. Sie hätten Differenzen, und die würden zur Sprache kommen, machte Merkel klar. Aber: Das transatlantische Bündnis sei trotz aller Meinungsverschiedenheiten ein "großer Schatz, den ich auch hegen und pflegen möchte".

Dafür hat Merkel im Weißen Haus rund zweieinhalb Stunden Zeit.

Merkels schwieriges Kurzprogramm bei Trump
Martin Ganslmeier, ARD Washington
27.04.2018 09:48 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. April 2018 um 04:54 Uhr.

Korrespondentin

Angela Ulrich Logo RBB

Angela Ulrich, RBB

Darstellung: