Der Bahnhof in Marseille ist abgeriegelt. | Bildquelle: AP

Terrorverdacht in Marseille Messerangreifer tötet zwei Frauen

Stand: 01.10.2017 17:48 Uhr

Ein Messerangreifer hat auf einem Bahnhof in Marseille zwei Frauen getötet, bevor er von Soldaten erschossen wurde. Der Angreifer rief Behördenangaben zufolge "Allahu Akbar" ("Gott ist groß"). Anti-Terror-Experten übernahmen die Ermittlungen.

Bei einer Messerattacke in Marseille sind zwei Frauen getötet worden. Der mutmaßliche Attentäter hatte im wichtigsten Bahnhof der Mittelmeerstadt Passanten angegriffen, bevor er von Soldaten erschossen wurde. Er habe "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen, hieß es in Ermittlerkreisen. Der Angreifer konnte bisher nicht identifiziert werden.

Marseilles Staatsanwalt Xavier Tarabeux sagte, Soldaten des Anti-Terror-Einsatzes "Sentinelle" hätten den Täter getötet. Es werde wegen "Tötungen im Zusammenhang mit einer terroristischen Organisation" ermittelt, teilte die Pariser Anti-Terrorstaatsanwaltschaft mit. Außerdem gehe es um den Tatbestand der versuchten Tötung eines öffentlichen Amtsträgers.

Umgebung wurde abgeriegelt

Die Polizei in Marseille forderte die Menschen auf, das Gebiet um den Bahnhof wegen eines laufenden Einsatzes zu meiden. Sicherheitskräfte riegelten das Gebiet um den Bahnhof hermetisch ab. Der Verkehr wurde umgeleitet. Schwerbewaffnete Soldaten und Polizisten bezogen auf der großen Bahnhofstreppe Stellung.

Bahnhof St. Charles in Marseille. | Bildquelle: AP
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Der Bahnhof in Marseille ist abgeriegelt.

Innenminister Gérard Collomb kündigte über den Kurzbotschaftendienst Twitter an, dass er "sofort" nach Marseille reisen werde. Der französische Premierminister Edouard Philippe erklärte auf Twitter: "Wut und Trauer für die Opfer. Unterstützung für die Soldaten und Polizisten von 'Sentinelle', die uns schützen." Zugleich versicherte der Regierungschef: "Wir werden nicht in unserer Wachsamkeit nachlassen."

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 01. Oktober 2017 um 15:03 Uhr.

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