Mankell tot | Bildquelle: dpa

Trauer um schwedischen Schriftsteller Henning Mankell ist tot

Stand: 05.10.2015 15:17 Uhr

Er war Schwedens wohl bekanntester zeitgenössischer Autor: Henning Mankell, Schöpfer von Kommissar Wallander, ist tot. Der 67-Jährige erlag einem Krebsleiden. In seinem letzten Buch, das gerade erst erschienen ist, verarbeitete er seine Erkrankung.

Henning Mankell ist tot. Der schwedische Schriftsteller, der besonders durch seine Krimis weltberühmt wurde, starb an einer Krebserkrankung. Er wurde 67 Jahre alt. Der Hanser Verlag würdigte Mankell als einen der großen schwedischen Gegenwartsautoren, der von Lesern weltweit geschätzt wurde. Sein Werk von mehr als 40 Romanen und zahlreichen Theaterstücken wurde in mehr als 40 Sprachen übersetzt, insgesamt erreichten seine Bücher eine Gesamtauflage von über 40 Millionen Exemplaren.

Geboren nach dem Zweiten Weltkrieg, 1948 in Stockholm, entschied sich Mankell früh für ein Leben als Autor. Das erste, was er geschrieben habe, sei ein einseitiger Aufsatz über Robinson Crusoe gewesen, verriet Mankell auf seiner Internetseite. "Das war der Moment, in dem ich Schriftsteller geworden bin."

Trauer um Henning Mankell
tagesschau 20:00 Uhr, 05.10.2015, C. O. Richter, ARD Stockholm

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Pendeln zwischen Schweden und Afrika

Nicht nur als Autor und Regisseur trat Mankell in Erscheinung. Sein politisches Engagement gegen Armut und Analphabetismus in Afrika nahm einen großen Teil seiner Zeit in Anspruch. Der Kontinent war neben Schweden seine Heimat, viele seiner Bücher handeln von Afrika - wie "Der Chronist der Winde" oder "Das Auge des Leoparden". In Mosambik, wo er auch lebte, baute er das "Teatro Avenida" auf. 2009 wurde der Autor für sein "Afrika-Werk" mit dem Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis ausgezeichnet.

"Meine Zeit zwischen Afrika und Europa aufzuteilen, hat mir Perspektiven und Distanz geschenkt, und ich glaube, es hat mich zu einem besseren Europäer gemacht", schrieb Mankell, der mit Eva Bergman, einer Tochter von Filmregisseur Ingmar Bergman verheiratet war, auf seiner Internetseite. "Beide Orte sind mein Zuhause."

Kurt Wallander - der Inbegriff des Schweden-Kommissars

Seinen großen Durchbruch feierte Mankell mit seiner Romanfigur Kurt Wallander - ein knurriger Kommissar aus dem südschwedischen Städtchen Ystad. Zwischen 1991 und 2009 erscheinen insgesamt 14 Wallander-Romane. Die Bücher werden internationale Bestseller und mehrfach verfilmt. Nach Vorlagen von Mankell wurden auch einige Kieler "Tatort"-Sendungen mit dem Ermittler Borowski gedreht - dargestellt von Axel Milberg.

Ein Leben nach dem Tod?

Seine Erkrankung machte Mankell kurz nach der Diagnose 2014 öffentlich. Und dann schrieb der leidenschaftliche Autor darüber. In seinem gerade erst auf Deutsch erschienenen Buch "Treibsand" schreibt er: "Ich respektiere Menschen, die an ein Leben nach dem Tod glauben. Aber ich verstehe sie nicht. Mir kommt die Religion wie eine Entschuldigung dafür vor, dass man die Grundbedingungen des Lebens nicht akzeptiert. Hier und Jetzt, mehr ist es nicht. Darin liegt auch das Einzigartige unseres Lebens, das Wunderbare."

Noch im September hatte er in einem "Stern"-Interview erklärt, sich gegen die Krankheit wehren zu wollen. Er wisse aber, "ich werde wohl an dieser Krankheit sterben". Mankell hinterlässt neben seiner Frau Eva vier Söhne.

Zum Tod von Henning Mankell
I. Binal, DLR-Kultur
05.10.2015 13:13 Uhr

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Anlässlich des Todes von Henning Mankell ändert die ARD ihr Programm und wiederholt mehrere Wallander-Filme. Nähere Informationen dazu finden Sie hier.

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