Großbritanniens Premierministerin May mit dem Polizeichef von Manchester, Hopkins | Bildquelle: AFP

Manchester US-Leck sorgt für handfesten Krach

Stand: 25.05.2017 16:57 Uhr

May beschwerte sich bei Trump, die britische Polizei kappt die Leitung in die USA: Das US-Leck zum Manchester-Anschlag sorgt für handfesten Ärger. Zudem wurde bekannt, dass der Attentäter kurz vor der Tat am Düsseldorfer Flughafen war. Und in Manchester schreckte ein neuer Alarm die Menschen auf.

Irgendwo zwischen Trauer, nervöser Anspannung und Aufklärung ist die Stimmung in Großbritannien an Tag drei nach dem Anschlag. Mit einer Schweigeminute gedachten die Menschen in Großbritannien am Mittag der 22 Toten. Kurz darauf schreckte ein neuer Alarm in Manchester die Menschen auf. Ein verdächtiges Paket im Südwesten der Stadt löste den Großeinsatz der Polizei aus - es entpuppte sich wenig später als harmlos. Die Aktion zeigt, wie nervös die britischen Sicherheitsbehörden derzeit sind. Es gilt weiterhin die höchste Terrorwarnstufe im ganzen Land.

Barbara Jung, ARD London, mit aktuellen Informationen
tagesschau24 15:00 Uhr, 25.05.2017

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Ärger über US-Leck

Hinzu kommt der Ärger über die USA. Denn nach dem Selbstmordanschlag gerieten geheime Ermittlungsergebnisse an die Öffentlichkeit. Die britische Regierung geht davon aus, dass US-Geheimdienstquellen forensische Aufnahmen vom Tatort in der Manchester Arena der "New York Times" zugespielt haben - und damit die Ermittlungen in Gefahr gebracht haben. Die Fotos zeigen offensichtlich einen Zünder, Metallmuttern und Schrauben sowie einen blauen Rucksack, in dem die Bombe gewesen sein könnte.

Konsequenz: Vorerst wollen die Briten keine Informationen zum Anschlag an die US-Behörden weitergeben. Der Austausch "sensibler Informationen" mit Partnerländern beruhe auf Vertrauen, sagte ein Sprecher der britischen Anti-Terror-Polizei. "Wenn dieses Vertrauen missbraucht wird, dann untergräbt das unsere Beziehungen."

Trump kündigt Untersuchung an

Premierministerin Theresa May beschwerte sich am Rande des NATO-Gipfels bei US-Präsident Donald Trump. Dieser nannte die Veröffentlichungen "sehr beunruhigend". "Diese Leaks sensibler Informationen sind eine ernste Bedrohung unserer nationalen Sicherheit." Er werde das Justizministerium um Ermittlungen bitten. Nötigenfalls würden die Verantwortlichen mit der vollen Härte des Gesetzes verfolgt. "Keine Beziehung ist uns wichtiger als die besondere Beziehung zwischen den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich", fügte er hinzu.

Über Düsseldorf nach Manchester

Die Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass der mutmaßliche Selbstmordattentäter Salman Abedi Teil eines Netzwerks war. Für Manchesters Polizeichef Ian Hopkins ist klar, dass Abedi nicht alleine handelte. "Es laufen großangelegte Untersuchungen im gesamten Großraum um die Stadt." Er gehe eindeutig von einem Unterstützernetzwerk aus, teilte er mit. Der 22-Jährige reiste nach Erkenntnissen der deutschen Sicherheitsbehörden über Düsseldorf zum Anschlag nach Manchester. Salman Abedi sei auf dem Flughafen der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt umgestiegen und habe sich deshalb "kurze Zeit" in dessen Transit- und Sicherheitsbereich aufgehalten, teilte das Düsseldorfer Polizeipräsidium mit.

Der 22-Jährige hatte sich am Montagabend in Manchester nach dem Ende eines Popkonzerts in die Luft gesprengt. 22 Menschen wurden getötet und mehr als 60 weitere verletzt, darunter viele Kinder und Jugendliche. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) reklamierte die Tat für sich, die Verbindungen zum IS werden derzeit geprüft.

Abedi wurde 1994 als Sohn libyscher Flüchtlinge in Manchester geboren und soll sich in den vergangenen Jahren dem radikalen Islam zugewandt haben. Geheimdiensterkenntnissen zufolge reiste Abedi nach Libyen und wahrscheinlich auch nach Syrien. Laut einem in Manchester lebenden Verwandten kehrte er erst vier Tage vor dem Anschlag von einem Besuch in Libyen zurück in seine Heimat. Dabei flog er über Düsseldorf.

Weitere Festnahmen nach Anschlag in Manchester
tagesthemen 22:15 Uhr, 24.05.2017, Mareike Aden, ARD London, Barbara Jung, NDR zzt. Manchester

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Ermittlungen im familiären Umfeld

Eine ganze Reihe von Festnahmen gab es inzwischen in Großbritannien - unter anderem ein Bruder des Attentäters. In Libyen nahm eine Anti-Terror-Einheit auch den Vater und einen weiteren Bruder fest. Der 18-jährige Haschim Abedi habe in Gewahrsam erklärt, dass sowohl er als auch sein Bruder zur Terrormiliz "Islamischer Staat" gehört hätten und er Details zum Anschlag gekannt habe. Die britischen Behörden äußerten sich bislang zurückhaltender in Bezug auf mutmaßliche IS-Kontakte Abedis.

Der Vater des Selbstmordattentäters hatte zuvor gesagt, dass sein Sohn unschuldig sei. "Wir glauben nicht daran, Unschuldige zu töten. Das sind wir nicht", sagte Ramadan Abedi der Nachrichtenagentur AP. Auch ihm werden Kontakte zur salafistisch-dschihadistischen Szene in Libyen nachgesagt.

Die britische Polizei sieht sich bei den Ermittlungen nach dem Anschlag in Manchester mit 22 Toten auf einem guten Weg. Er könne den Menschen versichern, dass die Festnahmen bedeutsam seien, sagte Manchesters Polizeichef Hopkins. Auch seien bei Durchsuchungen Gegenstände entdeckt worden, die aus Sicht der Polizei für die weiteren Untersuchungen sehr wichtig seien.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Mai 2017 um 15:35 Uhr.

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