Junge mit Blumenstrauß in Manchester | Bildquelle: AP

Anschlag in Manchester Ermittlungen, Gedenken und ein Leak

Stand: 25.05.2017 10:22 Uhr

Die Fahndung nach dem Unterstützernetzwerk des Manchester-Attentäters laufen auf Hochtouren. Offenbar hatte er sich nur wenige Tage vor dem Anschlag in Deutschland aufgehalten. Für Ärger sorgt ein US-Bericht, der Einzelheiten des Attentats preisgibt.

Der mutmaßliche Attentäter von Manchester war Medienberichten zufolge nur wenige Tage vor dem Bombenanschlag in Deutschland. Salman Abedi sei vier Tage vor dem Attentat von Düsseldorf nach Manchester geflogen, berichteten der "Focus" und der britische Sender "Sky News" übereinstimmend unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise. Dem "Focus" zufolge war Abedi bereits 2015 in Deutschland und flog von Frankfurt nach Großbritannien. Zuvor sei er offenbar zur paramilitärischen Ausbildung in Syrien gewesen, habe Scotland Yard dem Bundeskriminalamt mitgeteilt. Das Magazin zitierte einen BKA-Experten, wonach geklärt werden müsse, ob der 22-Jährige in Syrien Personen kennengelernt habe, die er später in Nordrhein-Westfalen oder Hessen getroffen habe

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Die britische Polizei sucht nach Hintermännern des Täters. Für Manchesters Polizeichef Ian Hopkins ist klar, dass Abedi nicht alleine handelte. "Es laufen großangelegte Untersuchungen im gesamten Großraum um die Stadt." Er gehe eindeutig von einem Unterstützernetzwerk aus, teilte er mit.

Screenshot aus Sky-Bericht über Abedi | Bildquelle: AP
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Zeigen diese Aufnahmen den Attentäter von Manchester?

Aufnahmen von Sicherheitskameras in einem Einkaufszentrum in Manchester sollen den mutmaßlichen Attentäter drei Tage vor dem Anschlag am Montagabend zeigen. Der britische Sender Sky News zeigte zwei Bilder, auf denen ein in schwarz gekleideter Mann mit einem blauen Rucksack inklusive Preisschild zu sehen ist. Die Aufnahmen stammen von Freitagabend. Der Rucksack, so berichtete Sky News unter Berufung auf die Polizei, könnte bei dem Attentat eine Rolle gespielt haben.

Am Abend gab es erneut Festnahmen. Eine davon in der Stadt Nuneaton, wie die Polizei mitteilte. Nuneaton liegt rund 160 Kilometer südlich von Manchester. "Dies ist eine schnell laufende Ermittlung", hatte die Polizei vorher in einer Stellungnahme erklärt. Insgesamt sind derzeit acht Personen in Großbritannien in Gewahrsam - unter anderem ein Bruder des Attentäters.

Weitere Festnahmen nach Anschlag in Manchester
tagesthemen 22:15 Uhr, 24.05.2017, Mareike Aden, ARD London, Barbara Jung, NDR zzt. Manchester

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Ermittlungen im familiären Umfeld

In Libyen nahm eine Anti-Terror-Einheit auch den Vater und einen weiteren Bruder fest. Der 18-jährige Haschim Abedi habe in Gewahrsam erklärt, dass sowohl er als auch sein Bruder zur Terrormiliz "Islamischer Staat" gehört hätten und er Details zum Anschlag gekannt habe. Die britischen Behörden äußerten sich bislang zurückhaltender in Bezug auf mutmaßliche IS-Kontakte Abedis.

Der Vater des Selbstmordattentäters hatte zuvor gesagt, dass sein Sohn unschuldig sei. "Wir glauben nicht daran, Unschuldige zu töten. Das sind wir nicht", sagte Ramadan Abedi der Nachrichtenagentur AP. Auch ihm werden Kontakte zur salafistisch-dschihadistischen Szene in Libyen nachgesagt.

Ärger über ein Leak

Für Unmut sorgt in Großbritannien ein Bericht der "New York Times", der offenbar Geheimdienstinformationen über den Anschlag öffentlich macht. Aus britischen Regierungskreisen verlautete am Mittwoch, dass man aufgebracht sei. Denn in dem Artikel finden sich Fotos vom Tatort, die offenbar vom US-Geheimdienst an die Presse herausgegeben wurden. Die Fotos zeigen offensichtlich einen Zünder, Metallmuttern und Schrauben sowie einen blauen Rucksack, in dem die Bombe gewesen sein könnte. Dem Bericht zufolge benutzte Salman Abedi einen ausgeklügelten Sprengsatz, um größtmöglichen Schaden anzurichten.

Die BBC berichtete, dass die Polizei von Manchester die Weitergabe ihrer Ermittlungsergebnisse an die US-Behörden eingestellt habe.

Der Vorfall dürfte auch auf dem NATO-Gipfel in Brüssel Thema sein: Einem Bericht des "Guardian" zufolge will sich die britische Premierministerin Theresa May auf dem Treffen bei US-Präsident Donald Trump darüber beschweren, dass die Geheimdienstinformationen über den Anschlag von US-Seite aus öffentlich gemacht worden seien.

Landesweites Gedenken

Abedi hatte sich am späten Montagabend unmittelbar nach dem Konzert von US-Teenie-Idol Ariana Grande im Eingangsbereich der Manchester Arena in die Luft gesprengt. 22 Menschen riss er mit in den Tod, darunter viele Kinder und Jugendliche. Der IS reklamiert den Anschlag für sich - der Wahrheitsgehalt dieses Bekenntnisses wird allerdings noch überprüft.

Heute um 12.00 Uhr deutscher Zeit soll es eine landesweite Schweigeminute für die Opfer des Anschlags geben.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 24. Mai 2017 um 22:15 Uhr.

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