Die Söhne der ermordeten Journalistin tragen den Sarg aus der Kirche | Bildquelle: REUTERS

Ermordete Journalistin Galizia Trauerfeier ohne Maltas Politik

Stand: 03.11.2017 17:52 Uhr

Die Regierung von Malta war bei der Beerdigung der Journalistin Galizia nicht erwünscht. Denn Galizia hatte über den Filz in dem Land recherchiert, in den viele Politiker verwickelt sind. Vor zwei Wochen war sie ermordet worden. Der Erzbischof des Landes fand klare Worte.

Zweieinhalb Wochen nach dem Anschlag mit einer Autobombe ist die regierungskritische Journalistin Daphne Caruana Galizia auf Malta unter großer Anteilnahme beigesetzt worden. Hunderte Menschen nahmen an der Trauerfeier in der Stadt Mosta teil, darunter auch EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani. Dagegen waren Vertreter der maltesischen Regierung und die Präsidentin des Landes unerwünscht, wie die Familie mitteilen ließ.

Von den Tätern fehlt jede Spur

Die Söhne der ermordeten Journalistin tragen den Sarg aus der Kirche | Bildquelle: REUTERS
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Die Söhne der ermordeten Journalistin trugen den Sarg aus der Kirche

Die 53 Jahre alte Bloggerin war am 16. Oktober durch eine unter ihrem Auto befestigte Bombe getötet worden. Galizia hatte unter anderem einen Skandal um die "Panama Papers" aufgedeckt, in den auch die maltesische Regierung verstrickt gewesen sein soll. Nach ihrem Tod kam es zu Demonstrationen gegen Korruption und Filz in dem kleinsten EU-Land. Bisher fehlt jede Spur von den Tätern.

Erzbischof: Wir brauchen wissbegierige Journalisten

Zelebriert wurde der Trauergottestdienst vom Erzbischof von Malta, Charles Scicluna. Die Mörder Galizias würden "niemals der Gerechtigkeit Gottes entkommen", sagte er und rief andere Journalisten auf, der Wahrheit furchtlos nachzugehen. "Liebe Journalisten, wir brauchen Sie. Wir brauchen Menschen in Ihrem Beruf, die ungebunden sind, die frei sind, intelligent, wissbegierig, ehrlich, gelassen, sicher und beschützt."

Die Flaggen in Malta wehten auf halbmast | Bildquelle: AP
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Die Flaggen in Malta wehten auf halbmast.

Chefredakteure mehrerer internationaler Medien - etwa der Rundfunkgesellschaft BBC, der "New York Times", der "Repubblica" und der "Süddeutschen Zeitung" - riefen in einem Offenen Brief zur Pressefreiheit die EU-Kommission auf, die Unabhängigkeit der maltesischen Medien zu überprüfen. "Wir fordern Sie auf, mit allen Ihren Einflussmöglichkeiten sicherzustellen, dass der Tod Daphnes umfassend untersucht wird", heißt es in dem Schreiben.

Die Regierung des EU-Landes hatte einen Trauertag ausgerufen. Die Flaggen wehten auf halbmast. Ranghohe Mitglieder der maltesischen Regierung und Oppositionsvertreter blieben der Trauerfeier aus Respekt für die Wünsche der Familie des Opfers fern. Die Familie hatte die Regierung dafür kritisiert, dass sie nicht die Art von Korruption beendet habe, über die Caruana Galizia in ihrem Blog schrieb.

Staatstrauer für ermordete Journalistin
tagesschau 20:00 Uhr, 03.11.2017, Stephanie Stauss, ARD Rom

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. November 2017 um 17:00 Uhr.

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