Trümmer eines zerstörten Mausoleums in Timbuktu | Bildquelle: REUTERS

Urteil im Prozess um Verbrechen in Timbuktu Lange Haft für Zerstörung von Weltkulturerbe

Stand: 27.09.2016 14:14 Uhr

Zum ersten Mal hat der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag einen Angeklagten wegen der Zerstörung von Weltkulturerbe für schuldig befunden. Es geht um die mittelalterlichen Bauwerke in der Wüstenstadt Timbuktu. Der Islamist Al Mahdi muss neun Jahre ins Gefängnis.

Die Zerstörung der Wüstenstadt Timbuktu im Sommer 2012 war ein Kriegsverbrechen, so der Internationale Strafgerichtshof. Das Gericht hat erstmals einen Angeklagten wegen des Angriffs auf eine Welterbestätte schuldig gesprochen. Das Strafmaß für den mutmaßlichen Drahtzieher Al Mahdi beträgt neun Jahre.

Geständnis des Angeklagten

Während des Prozesses hatte sich Al Mahdi bereits schuldig bekannt, zehn historische Gebäude in der Wüstenstadt in Mali zerstört zu haben.

Al Mahdi war den Anklägern zufolge Mitglied der islamistischen Gruppe Ansar Dine, die im Sommer 2012 Teile des westafrikanischen Landes kontrollierte. In Timbuktu soll er die Zerstörung von neun Mausoleen und einer Moschee organisiert haben. Neun der heiligen Stätten waren Teil des Weltkulturerbes der UNESCO.

Haft für Zerstörung von Welterbestätten in Mali
tagesschau 17:00 Uhr, 27.09.2016, Michael Grytz, ARD Brüssel

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Unesco: "Entscheidender Schritt"

Das Urteil des Weltstrafgerichts sei ein entscheidender Schritt, um die Straffreiheit für die Zerstörung von Kulturerbe zu beenden, teilte die Kulturorganisation der Vereinten Nationen in Paris mit. Der Schutz von Kulturerbe sei zu einem wichtigen Sicherheitsthema geworden, das nicht vom Schutz von Menschenleben getrennt werden könne.

"Absichtliche Angriffe auf die Kultur sind Kriegswaffen in einer weltweiten Strategie der kulturellen Säuberung", hieß es weiter. "Im Kontext wiederholter Gewalt gegen Menschen und ihr Erbe ist dieses Urteil des Internationalen Strafgerichtshofs ein Schlüsselelement der breiteren Antwort auf gewalttätigen Extremismus", sagte UNESCO-Chefin Irina Bokowa.

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