Edouard Philippe | Bildquelle: AFP

Premier Edouard Philippe Macrons Brückenbauer

Stand: 15.05.2017 17:53 Uhr

Der neue französische Premierminister Philippe war bislang nur Polit-Insidern bekannt. Dass Präsident Macron ihn benannt hat, ist ein geschickter Zug: Philippe gehört den Republikanern an - und kann so Brücken in andere politische Lager schlagen.

Von Barbara Kostolnik, ARD-Studio Paris

Der Mann liebt Bier und Boxen - drei Mal die Woche drischt er auf einen Sandsack ein, wenn die Regierungsgeschäfte von Le Havre es erlauben. Die Liebe zu Hieben ist allerdings nicht die einzige Gemeinsamkeit, die den neuen französischen Premierminister Edouard Philippe mit seinem Präsidenten Emmanuel Macron verbindet: "Er ist ein Arbeitstier", sagt Luc Lemonnier, Philippes Vizebürgermeister im Rathaus von Le Havre. "Es macht großen Spaß, mit ihm zusammenzuarbeiten, und: Er kann Entscheidungen treffen."

Wie Macron hat Philippe die Elite-Hochschule École nationale d’administration (ENA) besucht. Außerdem war der 46-Jährige in seinem Leben nicht nur Politiker, sondern hat als Jurist in der freien Wirtschaft gearbeitet, wenn auch beim staatlichen französischen Atomkonzern Areva.

Ellis Fröder, ARD Paris, zum Antrittsbesuch Macrons
tagesschau 12:00 Uhr, 15.05.2017

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Beziehungen zu anderen Parteien

Sein wichtigster Trumpf hat allerdings mit seiner Partei zu tun: Philippe gehört den konservativen Republikanern an. Und er regiert sein Rathaus in Le Havre so, wie sich Macron das für seinen künftigen Premier in der Nationalversammlung vorstellt: parteiübergreifend. "Er regiert eben nicht nur mit den Leuten, die Mitglied der Republikaner sind", sagt der En-Marche-Verantwortliche in Le Havre, Eric Rucklin, "sondern er versucht, seine Mehrheit im Rathaus für die Zivilgesellschaft und andere zu öffnen. Er ist ein bisschen ein zweiter Macron."

Nun soll er also andere konservative Republikaner auf die Seite von En Marche holen. Philippe selbst hat als Sozialist angefangen, ehe er dann zu den Konservativen wechselte und mit Alain Juppé die damalige UMP, eine Vorgängerpartei der heutigen Republikaner, gründete. "Wenn ich Präsident wäre, würde ich Philippe zum Premier machen", sagte denn auch Gilles Boyer, der für Juppé den Vorwahlkampf der Republikaner managte.

Auf diese Juppéisten zielt Macron mit der Ernennung von Philippe vor allem im Hinblick auf die kommende Parlamentswahl. Einige werden wohl diesem Ruf folgen, andere werden ihn scharf kritisieren. Doch das dürfte den neuen Premier nicht stören: "Wenn man politische Verantwortung trägt, dann muss man eine klare Sprache sprechen, und für mich gehen die Interessen des Landes immer vor", sagt er.

Abitur in Bonn

Im Rathaus von Le Havre weint man dem Bürgermeister schon eine kleine Träne nach, selbst die Opposition: "Er ist brillant, ein guter Redner", sagt die Kommunistin Nathalie Nail, "und er ähnelt Macron in vielem - vielleicht ist der Präsident sogar ein bisschen eifersüchtig."

Für deutsche Augen mag der Lehrersohn Philippe ein unbeschriebenes Blatt sein, dabei hat er eine deutsche Vergangenheit. "Weil seine Eltern am dortigen französischen Gymnasium unterrichteten, hat Philippe sein Abitur in Bonn gemacht. Wie sein Präsident wollte Philippe einst Schriftsteller werden. Er hat auch schon einige Bücher geschrieben, darunter den Roman "Im Schatten". Aus dem dürfte er nun jedoch endgültig heraustreten.

Aus dem Schatten: Porträt des Premierministers Edouard Philippe
Barbara Kostolnik, ARD Paris
15.05.2017 19:34 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 15. Mai 2017 die tagesschau um 15:00 Uhr und NDR Info um 17:38 Uhr.

Korrespondentin

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Barbara Kostolnik, WDR

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