Frankreichs Präsident Emmanuel Macron begrüßt Flüchtlinge in einem Aufnahmelager in Croisilles, Nordfrankreich. | Bildquelle: AFP

Einwanderung In Frankreich suchen mehr Menschen Asyl

Stand: 16.01.2018 16:08 Uhr

In Frankreich ist die Zahl der Asylbewerber um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Zudem kamen mehr Menschen aus beruflichen Gründen nach Frankreich. Gleichzeitig schoben die französischen Behörden mehr Menschen ab.

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Asylsuchenden in Frankreich gestiegen. Das teilte das französische Innenministerium mit. Demnach suchten 100.412 Menschen Asyl in Frankreich. Das sind 17 Prozent mehr im Vergleich zu 2016. Die meisten Asylsuchenden stammten aus Albanien, gefolgt von Flüchtlingen aus Afghanistan, Syrien, Haiti und Sudan.

Die Zahl der Menschen, die im Rahmen des Familiennachzugs nach Frankreich einreiste, stieg 2017 um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Macron im Flüchtlingsheim

Vor dem Hintergrund steigender Asylbewerberzahlen besuchte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eine Aufnahmeeinrichtung in Nordfrankreich. Macron sprach dort mit Flüchtlingen, freiwilligen Helfern und Verantwortlichen. Um Verhältnisse wie dem sogenannten "wilden" Flüchtlingslager Grande-Synthe zu verhindern, das im vergangenen Jahr abgebrannt war, kündigte Macron Unterstützung für Flüchtlinge an.

"Wir werden uns mit mobilen Einheiten um das Essen und die Versorgung der Lager kümmern", sagte Macron der französischen Tageszeitung "Le Monde". "Und wir werden keine illegalen Lager mehr tolerieren." Auf Twitter kündigte er an, in der kommenden Woche einen Flüchtlingsbeauftragten, der nicht an ein bestimmtes Ministerium gebunden ist, im Ministerrat zu nominieren. Zudem will er im Februar ein neues Asyl- und Einwanderungsgesetz vorlegen.

Emmanuel Macron @EmmanuelMacron
Dès la semaine prochaine, un délégué interministériel à l'accueil des réfugiés sera nommé en Conseil des ministres.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters will Macron der britischen Premierministerin Theresa May vorschlagen, mehr Flüchtlinge aus dem französischen Calais aufzunehmen, vor allem unbegleitete Minderjährige. Im Gegenzug will er ihr einen vorteilhafteren Brexit-Deal in Aussicht stellen.

Macron besucht Calais und fordert neues Asylgesetz
tagesschau 14:00 Uhr, 16.01.2018, Sabine Rau, ARD Berlin

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Frankreich sucht das Supertalent

2017 kamen zudem mehr Menschen nach Frankreich, um dort zu arbeiten. Die Zahl der beruflichen Zuwanderung stieg um 20,5 Prozent. Ein Grund dafür liegt in der Gesetzesänderung vom 7. März 2016. Damals wurde der sogenannte "Talent-Pass" geschaffen, der Hochqualifizierten Anreize schaffen soll, in Frankreich zu arbeiten. Der "Talent-Pass" wird für die Dauer von vier Jahren ausgestellt und richtet sich unter anderem an an innovative Unternehmer, Forscher, Sozialarbeiter und Künstler.

Mehr Studenten, mehr Touristen

Noch nie zuvor stellten so viele junge Menschen aus Nicht-EU-Ländern Aufenthaltsgenehmigungen, um in Frankreich zu studieren. Keine Studiengebühren und kein Numerus Clausus - die Argumente für eine Ausbildung an einer französischen Universität überzeugten im Vorjahr 88.095 Menschen außerhalb der EU. 2016 waren es noch 73.600.

Auch die Zahl der ausgestellten Visa nahm 2017 zu. Mehr als drei Millionen Touristen, vor allem aus China, Indien und Russland erkundeten im Vorjahr Frankreich. Das sind 11 Prozent mehr als 2016.

2017 war in Frankreich auch das Jahr der verstärkten Abschiebungen: 14.859 Flüchtlinge wurden abgeschoben, 14,6 % mehr als im Vorjahr. Demgegenüber ließen sich weniger Menschen einbürgern. Die Zahl der Neu-Franzosen sank 2017 um 5,7 Prozent.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Januar 2018 um 14:00 und 17:00 Uhr.

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