Menschen drängeln sich in London vor einem Bus. | Bildquelle: dpa

U-Bahn-Ausstand in London Unten Streik, oben Stau

Stand: 09.01.2017 14:25 Uhr

Ein Streik von U-Bahn-Angestellten hat im Londoner Berufsverkehr Chaos ausgelöst. Einige Linien fuhren gar nicht, andere nur teilweise. Hintergrund des Streiks sind Personalkürzungen. Bürgermeister Khan gibt seinem Vorgänger die Schuld.

Von Stephanie Pieper, ARD-Studio London

Sollten sich die Londoner für das Jahr 2017 mehr Bewegung vorgenommen haben, dann konnten sie diesen Vorsatz gleich in die Tat umsetzen - und sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf den Weg zur Arbeit machen. Die Fuß- und die Radwege in der Innenstadt waren im morgendlichen Berufsverkehr jedenfalls deutlich voller als sonst. An vielen Bushaltestellen und Taxiständen bildeten sich lange Schlangen, ebenso an den Stationen der Overground, einer Art S-Bahn, die nicht bestreikt wird.

Mit ihrem 24-stündigen Ausstand protestierten die Gewerkschaften dagegen, dass London Underground die Zahl der Mitarbeiter auf den Bahnhöfen verringerte: Ticketschalter wurden geschlossen, und es steht weniger Personal zur Verfügung, um die Menschenmassen zu dirigieren. "So geht es einfach nicht weiter", klagt John Leach von der zuständigen Gewerkschaft RMT, "Das hat verheerende Folgen für den sicheren Betrieb der U-Bahn. Täglich müssen Stationen geschlossen werden, weil es zur Überfüllung kommt. Unter dem Personalabbau leiden die Mitarbeiter, die noch in den Bahnhöfen arbeiten und mit der Situation nicht fertig werden. Wir haben es neun Monate lang versucht, aber es funktioniert einfach nicht." Auch in den Kontrollräumen für die Videoüberwachung sind heute weniger Mitarbeiter beschäftigt als früher.

Streik der U-Bahn-Angestellten in London
tagesschau 16:00 Uhr, 09.01.2017, Julie Kurz, ARD London

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Jede dritte U-Bahn-Station bleibt geschlossen

Der Streik führte dazu, dass mehr als jede dritte der 270 U-Bahn-Stationen Londons geschlossen wurde; auf mehreren Linien fuhren gar keine Züge, andere Linien wurden nur teilweise befahren. Der Bürgermeister der Hauptstadt, Sadiq Khan von der Labour Party, kritisierte den Ausstand: "Ich verurteile diesen Streik, er ist komplett unnötig. Millionen Londoner leiden darunter, Unternehmen verlieren Millionen, Patienten können nicht zum Arzt, Leute verpassen ihr Bewerbungsgespräch. Das müsste nicht sein."

Khan schob seinem Vorgänger im Rathaus, dem Konservativen Boris Johnson, den Schwarzen Peter zu. Er selbst habe bereits eine Überprüfung der Personalausstattung in den Bahnhöfen angeordnet, den entsprechenden Bericht aber erst im Dezember erhalten, so Khan. Es gehe jetzt darum, am Verhandlungstisch eine Lösung zu finden.

Schaden für die Wirtschaft befürchtet

Colin Stanbridge von der Londoner Handelskammer sprach von einem großen Schaden für die Wirtschaft der Hauptstadt: "Wir versuchen, mit dem Brexit klarzukommen und einen Erfolg daraus zu machen. London wollte in der EU bleiben - und wir sollten gerade jetzt nicht die Botschaft in die Welt aussenden, dass die Wirtschaft es schwer hat, dass Touristen es hier schwer haben wegen eines solchen Streiks."

Auch die Verbindungen zum Flughafen Heathrow sowie zu den wichtigsten Londoner Bahnhöfen waren betroffen. Der Ausstand bei der U-Bahn ist nur ein Vorgeschmack auf diese erste Streikwoche des neuen Jahres: Von Dienstag bis Donnerstag streiken erneut die Mitarbeiter des Bahnbetreibers Southern Rail, der viele Strecken zwischen London und dem Süden Englands betreibt, und gleichzeitig beginnt ein Ausstand der Kabinencrews von British Airways.

Chaos in London wegen U-Bahn Streik
S. Pieper, ARD London
09.01.2017 13:37 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. Januar 2017 um 14:00 Uhr.

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