Leonard Cohen | Bildquelle: dpa

Kanadischer Musiker gestorben Leonard Cohen ist tot

Stand: 11.11.2016 09:03 Uhr

Der kanadische Sänger und Dichter Leonard Cohen ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Er wurde mit Songs wie "Hallelujah" und "Suzanne" weltberühmt. In seinem letzten Album "You want it darker" hatte er angedeutet, dass er sich dem Sterben nahe fühle.

Leonard Cohen ist tot. Er starb im Alter von 82 Jahren. Das bestätigten seine Familie und sein Label Sony Music Canada. Eine Gedenkveranstaltung werde es zu einem späteren Zeitpunkt in Los Angeles geben.

"Mit tiefem Schmerz teilen wir mit, dass der legendäre Dichter, Songschreiber und Künstler Leonard Cohen gestorben ist", hieß es auch auf seiner Facebook-Seite. "Wir haben einen der verehrtesten und produktivsten Visionäre verloren."

Cohen gilt als einer der besten Songschreiber aller Zeiten. Er wurde unter anderem mit Songs wie "Hallelujah" und "Suzanne" weltberühmt. Der Kanadier hatte zuletzt in Los Angeles gelebt in der Nähe seiner beiden Kinder und seines Enkelkindes.

Leonard Cohen im Alter von 82 Jahren gestorben
tagesschau 20:00 Uhr, 11.11.2016, M. Schmidt/A. Cordes-Strehle, ARD New York

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"Ich bin bereit zu sterben"

Mit seinem sehr morbiden letzten Album "You Want It Darker", das erst Ende Oktober erschienen war, und bei einem Interview im "New Yorker" hatte er zuletzt angedeutet, dass er sich dem Sterben nah fühle. "Ich bin bereit zu sterben. Ich hoffe nur, es wird nicht zu ungemütlich. Das ist es dann auch schon für mich."

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Kanadischer Sänger und Dichter Leonard Cohen gestorben

Leonard Cohen

Der kanadische Sänger, Komponist und Dichter Leonard Cohen ist im Alter von 82 Jahren gestorben. | Bildquelle: REUTERS

Nur  wenige Monate vor Cohens jüngstem Album war Marianne Ihlen verstorben, seine Liebe und Muse der 1960er-Jahre. In einem seiner berühmtesten Lieder hat er ihr schon vor fast 50 Jahren ein "So long, Marianne", ein "Auf Wiedersehen" zugerufen. So war der Tod Cohen immer näher gekommen. Dabei schien er ihm, diesem Sänger des dunklen Klanges, der Zeit seines Lebens mit Depressionen zu kämpfen hatte, nie ganz fremd gewesen zu sein:

"Mein Geist war immer sehr unordentlich. So habe ich mich angestrengt, meine Umgebung zu vereinfachen. Denn wenn die nur halb so zugestellt wie mein Geist wäre, dann würde ich es nicht von einem Zimmer ins nächste schaffen."

Gefeierter Schriftsteller, erfolgreicher Musiker

Geboren wurde Leonard Norman Cohen 1934 als Sprössling einer wohlhabenden jüdischen Familie in der ostkanadischen Stadt Montreal. Schon als Kind lernte er Gitarre spielen und hatte bald Auftritte in Cafés und Clubs, aber die Musik sollte für ihn lange Zeit Nebensache bleiben.

Cohen wollte schreiben, Gedichte und später auch Romane. In den frühen 1960er-Jahren zog er sich dafür zeitweise völlig auf die griechische Insel Hydra zurück.

Dann erst kam die Musik. Da er vom Schreiben nicht leben konnte, zog Cohen Ende der 1960er-Jahre nach New York und nahm die Musik wieder auf - bald mit großem Erfolg. Er lebte in der legendären Künstlerherberge Chelsea Hotel und lernte dort Kollegen wie Bob Dylan, Joni Mitchell und Janis Joplin kennen - letzterer setzte er in dem Song "Chelsea Hotel No. 2" ein Denkmal. Es begann eine unvergleichliche Karriere als Sänger und Songwriter, die 45 Jahre umspannen sollte. Seine spirituell-melancholischen Songs handeln von verlorener Liebe und Leid, von Todessehnsucht und Gottessuche. Er erzählte dem kalifornischen Sender KCRW kurz vor seinem Tod:

"Ich habe mich niemals als religiös verstanden. Ich habe keine spirituelle Strategie. Irgendwie hinke ich voran wie so viele in diesem Gebiet. Aber gelegentlich habe ich die Gnade einer anderen Präsenz gespürt."

Viele seiner Veröffentlichungen wurden von Kritikern gefeiert. 2011 bekam er den spanischen Prinz-von-Asturien-Preis für Literatur. Alben wie "Songs of Leonard Cohen" (1967), "Songs of Love and Hate" (1971) und "Death of a Ladies' Man" (1977) beeinflussten ganze Generationen von Musikern.

Eine Frau legt vor dem Haus von Cohen in Montreal Blumen nieder. | Bildquelle: AP
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Eine Frau legt vor dem Haus von Cohen in Montreal Blumen nieder.

Reaktionen auf Cohens Tod

"Die Musik von niemand anderem klang oder hat sich so angefühlt wie die von Leonard Cohen. Trotzdem berührte sein Werk Generationen", schrieb Kanadas Ministerpräsident Justin Trudeau bei Twitter. "Kanada und die Welt werden ihn vermissen."

Justin Trudeau @JustinTrudeau
No other artist's music felt or sounded like Leonard Cohen's. Yet his work resonated across generations. Canada and the world will miss him.

Der Bürgermeister von Cohens Geburtsstadt Montreal, Denis Coderre, schrieb: "Heute haben wir einen unserer größten Botschafter und Ikonen verloren." Die Fahnen in Montreal würden auf Halbmast gesetzt.

DenisCoderre @DenisCoderre
Tonight we lost one of our greatest ambassador and icon Leonard Cohen.Flags will be half mass.My thoughts and prayers for family of Mr Cohen

Fans und Kollegen verliehen ihrer Trauer um Cohen im Internet Ausdruck. "Danke Dir Leonard Cohen. Danke für alles", schrieb die Sängerin Lily Allen. "Ruhe in Frieden." Der Schauspieler Kiefer Sutherland schrieb, dass ein "brillanter kanadischer Künstler" gestorben sei. "Eine weitere magische Stimme ist verstummt", schrieb die Sängerin und Schauspielerin Bette Midler.

Bette Midler @BetteMidler
Leonard Cohen has died. Another magical voice stilled.

Mit Informationen von Kai Clement, ARD-Studio New York.

Der Meister des dunklen Klangs - Leonard Cohen mit 82 Jahren verstorben
Kai Clement, ARD New York
11.11.2016 06:32 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. November 2016 um 04:55 Uhr.

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