Laptop in Flugzeug | Bildquelle: dpa

Heimatschutzministerium Laptops bleiben auf US-Flügen erlaubt

Stand: 28.06.2017 22:15 Uhr

Die USA wollen die Mitnahme von Laptops im Handgepäck bei Flügen aus Europa vorerst nicht verbieten. Stattdessen sollen die Vorschriften für die Sicherheitskontrollen der Fluggesellschaften verschärft werden, teilte das US-Heimatschutzministerium mit.

Laptops und Tablets bleiben auf Flügen in die USA erlaubt, wenn die Fluggesellschaften schärfere Sicherheitsvorschriften des US-Ministeriums für Heimatschutz umsetzen. Diese neue Regelung verkündete Heimatschutzminister John Kelly in Washington. Man erwarte von Fluggesellschaften und Flughäfen, die Sicherheitsmaßnahmen für Passagiere und elektronische Geräte deutlich hochzufahren, sagte ein Mitarbeiter des Ministeriums.

Das Heimatschutzministerium erwarte unter anderem erweiterte Scans aller elektronischen Geräte, die größer sind als ein Smartphone: also Laptops, Tablet-Computer, E-Book-Reader oder Kameras. Außerdem gehe es um eine genauere Überprüfung der Passagiere und um mehr Sprengstoff-Spürhunde. "Die neuen Maßnahmen werden sichtbar und unsichtbar sein", sagte der Mitarbeiter.

Versteckte Sprengsätze an empfindlicher Stelle

Der Hintergrund des ursprünglichen Vorstoßes der USA war, dass US-Terrorexperten angeblich Erkenntnisse haben, wonach Terrororganisationen Sprengsätze in Laptops und anderen elektronischen Geräten verbergen können. Der "Guardian" hatte von einem Anschlagsplan berichtet, nach dem eine Sprengladung in der Hülle eines funktionstüchtigen Ipad-Tablets in die Kabine gebracht und an empfindlicher Stelle angebracht werden könne.

Laut Experten ist Sprengstoff von einer eingebauten Computerbatterie schwer zu unterscheiden. Die USA hatten deshalb im März bereits viele Geräte im Handgepäck für direkte Verbindungen von zehn Flughäfen in Nordafrika, dem Nahen Osten und der Türkei verboten. Übernehmen diese Flughäfen nun die neuen Sicherheitsregeln, könne dieses Verbot aufgehoben werden, so das Heimatschutzministerium.

280 Flughäfen in 105 Ländern betroffen

Betroffen sind den Angaben zufolge weltweit 280 Flughäfen in 105 Ländern, 180 Airlines oder etwa 2000 Flüge pro Tag. Wer sich nicht an die neuen Vorschriften hält, wird Amerika laut Heimatschutzministerium nicht anfliegen dürfen, auch nicht mit Laptops oder Tablets im Frachtraum. "Wir legen die Latte weltweit höher", sagte der Mitarbeiter des Heimatschutzministeriums. Einen Zeitrahmen für die Umsetzung nannte er nicht, die Fluggesellschaften sollten aber ausreichend Zeit für die neuen Maßnahmen erhalten.

Ein Kabinenverbot für sämtliche Elektrogeräte, die größer als ein Smartphone sind, hätte erhebliche Auswirkungen auf die Abläufe an den Flughäfen und in den Fliegern gehabt. Die Konsequenzen für Geschäftsreisende wurden als ebenso gravierend beschrieben wie mögliche wirtschaftliche Folgen für Fluggesellschaften und Flughäfen.

Der Mitarbeiter des Heimatschutzministeriums sagte nun, man habe bis zuletzt ein generelles Laptop-Verbot erwogen. "Was wir nach einer Reihe von Gesprächen mit internationalen Vertretern jetzt tun, hat das selbe Resultat, ohne aber Laptops generell zu verbieten."

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 28. Juni 2017 um 23:25 Uhr.

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