Park auf dem Weg zur Befragung | Bildquelle: AP

Korruptionsskandal in Südkorea Staatsanwalt befragt Ex-Präsidentin Park

Stand: 21.03.2017 04:35 Uhr

Südkoreas Staatsanwaltschaft hat mit der Vernehmung der entmachteten Ex-Präsidentin Park begonnen. Hintergrund ist ein Korruptionsskandal um eine enge Vertraute der Politikerin. Park kündigte ihre Kooperation an.

In der Korruptionsaffäre um Südkoreas entmachtete Staatschefin Park Geun Hye ist die Ex-Präsidentin von der Staatsanwaltschaft befragt worden. "Ich werde mich den Ermittlungen aufrichtig unterziehen", sagte Park bei ihrer Ankunft bei der Anklagebehörde in der Hauptstadt Seoul.

Die Befragung durch die Staatsanwaltschaft ist im südkoreanischen Rechtssystem eine Voraussetzung für eine Anklage. Die Befragung kann viele Stunden dauern und bei Bedarf wiederholt werden. Park bestreitet, in kriminelle Aktivitäten verwickelt zu sein. Ihr drohen Anklagen unter anderem wegen Erpressung und Bestechung. Vor dem Haus der Ex-Präsidentin und vor der Staatsanwaltschaft hatten sich zuvor Hunderte Unterstützer versammelt.

Anhänger Park vor der Staatsanwaltschaft | Bildquelle: AP
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Anhänger Parks demonstrierten vor der Staatsanwaltschaft.

Park verlor Immunität

Park war am 10. März wegen eines Korruptionsskandals endgültig ihres Amtes enthoben worden. Mit ihrer Absetzung verlor sie auch ihre Immunität. Im Zentrum der Affäre steht Parks inzwischen inhaftierte Vertraute Choi Soon Sil. Sie soll ihre Beziehungen zu Park genutzt haben, um Millionenspenden für Stiftungen einzutreiben und sich dabei persönlich zu bereichern. Außerdem soll sich Choi in die Regierungsgeschäfte eingemischt haben.

Bis Anfang Mai müssen die Südkoreaner nun einen Nachfolger Parks wählen. Meinungsumfragen sprechen dem Liberalen Moon Jae In die größten Chancen zu, Parks Nachfolger zu werden. Er hatte die letzte Wahl 2012 gegen Park verloren.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. März 2017 um 04:00 Uhr und die tagesschau um 6:30 Uhr.

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