Abgesandte des Pazifik-Staates Fidschi während der Eröffnungszeremonie der Weltklimakonferenz in Bonn. | Bildquelle: AP

Klimakonferenz in Bonn "Es eilt - die Welt ist unter Druck"

Stand: 06.11.2017 13:37 Uhr

Die Weltklimakonferenz ist mit Aufrufen zur Begrenzung des Treibhausgas-Ausstoßes gestartet. Fidschis Premier Bainimarama - zurzeit auch Präsident der Klimakonferenz - fordert schnelles Handeln. Ministerin Hendricks nimmt die neue Bundesregierung in die Pflicht.

Von Werner Eckert, SWR

"Save the world" rufen 400 Kinder und Jugendliche im Plenum zum Auftakt der diesjährigen Weltklimakonferenz unter dem Applaus der Delegierten.

Auch wenn das Treffen in Bonn stattfindet: Es steht unter der Präsidentschaft des Inselstaates Fidschi. Der Inselstaat liege in einer Weltregion im Südpazifik, die den Klimawandel jetzt schon spürt, sagt Premierminister Frank Bainimarama. Er fordert schnelles Handeln: "Es eilt - die Welt ist unter Druck, durch extreme Wetterereignisse die durch den Klimawandel verursacht sind: zerstörerische Hurrikans, Feuer, Fluten, Dürren, Eisschmelzen und Veränderungen in der Landwirtschaft, die unsere Nahrungsbasis gefährden."

Auftakt der Welklimakonferenz in Bonn
tagesthemen 22:15 Uhr, 06.11.2017, Birand Bingül, WDR

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Das Kleingedruckte zum Pariser Klimaabkommen

Zur Weltenrettung wird dieses Treffen aber nur einen Beitrag unter vielen leisten können. Es dient vor allem dem Zweck, das Kleingedruckte zum Klimaabkommen von Paris zu verhandeln. Das heißt, Regeln und Regularien aufzustellen.

Der Premierminister des Pazifik-Staates Fidschi, Frank Bainimarama. Er ist zurzeit auch Präsident der Klimakonferenz. | Bildquelle: REUTERS
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Der Premierminister des Pazifik-Staates Fidschi, Frank Bainimarama, mahnt zur Eile. Er ist zurzeit auch Präsident der Klimakonferenz.

Politisch steht die Frage im Raum, wie sich die USA nun verhalten, nachdem Präsident Donald Trump klarmachte, dass er so bald wie möglich aus dem Pariser Klimaschutzabkommen aussteigen will. "America first" - das ist Trumps Maxime.

Fidschis Premier, der zurzeit auch Präsident der Klimakonferenz ist, nimmt diesen Slogan auf. Er sagt: "Der einzige Weg die eigene Nation 'first', also in den Mittelpunkt zu stellen, ist es, die anderen unterzuhaken und gemeinsam nach vorne zu gehen."

Einfluss auf Sondierungsgespräche in Berlin

Die Bonner Konferenz hat aber auch einen engen innenpolitischen Zusammenhang zu den Sondierungsgesprächen in Berlin. Deutschland wird wohl sein Klimaziel für 2020 weit verfehlen. Das kann keine Regierung hinnehmen, sagt die geschäftsführende Umweltministerin Barbara Hendricks zum Auftakt. "Dass jene Bundesregierung, die demnächst in die Verantwortung kommt, im Jahr 2018 die Entscheidungen treffen muss im Hinblick auf weitere Schritte zum Kohleausstieg. Das steht schon im Klimaschutzplan, den die Bundesregierung beschlossen hat, und da wird sich auch eine neue Bundesregierung nicht von verabschieden können", so die SPD-Politikerin Hendricks.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks mit traditionell gekleideten Abgesandten des Pazifik-Staates Fidschi. | Bildquelle: REUTERS
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Bundesumweltministerin Barbara Hendricks mit traditionell gekleideten Abgesandten des Pazifik-Staates Fidschi.

Ganz andere Akzente setzt ihr Kabinettskollege Gerd Müller - zuständig für Entwicklungshilfe. Klimaschutz im Ausland bringe mehr fürs Geld, sagt der CSU-Politiker. "Wir finanzieren weltweit Projekte, die 25 Prozent der Deutschen CO2-Emissionen entsprechen", so Müller. Es gehe um sogenannte Minderungsprojekte in Partnerländern Deutschlands. Das bedeute in etwa den Ersatz der Emissionen von hundert Kohlekraftwerken, sagt er.

Hendricks appelliert an Pflicht der neuen Regierung

Umgehend kommt die Antwort von Hendricks: "Man kann sich nicht im Ausland freikaufen", sagt die Umweltministerin. Natürlich müssten alle Möglichkeiten genutzt werden, sagt sie mit Blick auf die Sondierungsgespräche Berlin. Aber Deutschland habe ohnehin zu viel Strom, und Kohlekraftwerke abzuschalten gehe schnell und bringe etwas. Die Bundesregierung habe die Pflicht, alles zu tun, um ihre Zusagen einzuhalten.

Mehr Geld soll es trotzdem und unabhängig von der neuen Regierung geben. 50 Millionen Euro zusätzlich hat die Umweltministerin im Namen der alten Bundesregierung zugesagt. Das ist Geld für den sogenannten Anpassungsfonds. Bisher sind dorthin bereits 190 Millionen Euro geflossen. Die Mittel helfen ärmeren Staaten wie etwa Fidschi, sich an die schon unvermeidlichen Folgen des Klimawandels anzupassen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. November 2017 um 14:00 Uhr.

Korrespondent

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Werner Eckert, SWR

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