Ein Panzer der irakischen Truppen vor Kirkuk  | Bildquelle: AFP

Angriff auf Öl-Provinz Iraks Truppen nehmen Teile von Kirkuk ein

Stand: 16.10.2017 11:13 Uhr

Der Konflikt um die irakische Provinz Kirkuk eskaliert: Irakische und kurdische Einheiten haben sich südlich der gleichnamigen Provinzhauptstadt Gefechte geliefert. Das irakische Militär meldet, bereits Teile von Kirkuk eingenommen zu haben.

In der nordirakischen Provinz Kirkuk eskaliert der Konflikt um die Kontrolle der Region. Irakische und kurdische Einheiten lieferten sich südlich der gleichnamigen Provinzhauptstadt nach Angaben beider Seiten Gefechte.

Dabei sei Artillerie eingesetzt worden, sagten kurdische Peschmerga-Offiziere und irakische Militärvertreter. Zuvor waren irakische Streitkräfte in die ölreichen Provinz eingerückt, die seit geraumer Zeit Streitpunkt zwischen Kurden und irakischer Zentralregierung ist. Die irakische Armee meldete, dass mehrere Straßen, Brücken und andere Infrastruktur nahe der Stadt wieder unter ihrer Kontrolle seien - darunter auch ein Industriegebiet sowie eine Öl-Raffinerie. Laut einem Militärsprecher ist auch der Flughafen von Kirkuk in der Hand der irakischen Truppen.

Irakische Regierungstruppen starten Angriff nahe Kirkuk
tagesschau 12:00 Uhr, 16.10.2017, Daniel Hechler, ARD Kairo

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Ölpreise steigen weiter

Die Ölpreise zogen bereits an. Ein Barrel (je 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember kostete am Morgen 57,78 US-Dollar. Das waren 61 Cent mehr als am Freitag. Ebenso die amerikanische Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im November stieg um 42 Cent auf 51,87 Dollar. Der US-Ölpreis erreichte damit den höchsten Stand seit Ende September.

Marktbeobachter erklärten den Preisanstieg mit der Sorge vor Förderausfällen im Norden des Iraks.

USA rufen zu Deeskalation auf

Das Ziel der Offensive seien eine Militärbasis, der Flughafen der Stadt sowie die Ölfelder, die von den Kurden kontrolliert werden, berichtete die Nachrichtenseite Rudaw. Sie berief sich dabei auf den Sicherheitsrat der Autonomieregion Kurdistan.

Der nordirakische Kurden-Präsident Massud Barsani erklärte, er habe allen Einheiten grünes Licht dafür gegeben, auf Angriffe der Regierungstruppen mit aller Kraft zu reagieren. Unbestätigten Angaben zufolge hatte das irakische Militär den kurdischen Peschmerga zuvor ein Ultimatum gestellt, wonach sie sich zurückziehen sollten.

Die USA riefen beide Seiten auf, eine weitere Eskalation zu vermeiden. Stattdessen solle man sich darauf konzentrieren, den gemeinsamen Feind, die Terrormiliz "Islamischer Staat", zu bekämpfen, hieß es aus dem Pentagon.

Spannungen mit Bagdad

Die Kurden hatten sich Ende September in einem umstrittenen Referendum für die Unabhängigkeit ihrer autonomen Region vom Irak ausgesprochen. Seitdem haben die Spannungen mit Bagdad stark zugenommen.

Die Zentralregierung in Bagdad lehnte die Volksabstimmung als verfassungswidrig ab und pocht auf die Einheit des Landes. Auch die Nachbarn Türkei und Iran erklärten das Referendum für nichtig.

Dabei geht es insbesondere auch um die Zukunft der Stadt Kirkuk, die von Bagdad und den Kurden beansprucht wird, obwohl sie nicht Teil ihres Autonomiegebietes ist. Die kurdischen Peschmerga hatten im Sommer 2014 die Kontrolle über die Provinz übernommen, nachdem die Armee vor dem IS geflohen war. Die Kurden exportieren von Kirkuk aus Öl über eine Pipeline in die Türkei.

"Krieg gegen Kurdistan"

Sowohl die Zentralregierung als auch die Türkei und der Iran haben den Luftraum der kurdischen Autonomiegebiete im Nordirak geschlossen. Das Generalkommando der kurdischen Peschmerga-Kämpfer hatte Iraks Regierungskräften noch am Freitag vorgeworfen, einen "Krieg gegen Kurdistan" vorzubereiten. 

Iraks Militärführung hatte dagegen erklärt, die Einheiten würden Gebiete säubern, die aus den Händen des IS befreit worden sei. Irakische Regierungskräfte hatten Anfang des Monates südwestlich von Kirkuk die vom IS kontrollierte Stadt Hawidscha und deren Umland befreit.

Auch Iraks Ministerpräsident al-Abadi hatte in Mitteilungen über Twitter bekräftigt, die Regierungskräfte könnten und würden keine irakischen Bürger angreifen, seien es Araber oder Kurden. Er wolle keinen arabisch-kurdischen Konflikt. Ein ranghoher Befehlshaber der kurdischen Peschmerga-Einheiten hatte Bagdad am Samstag mit einer militärischen Konfrontation gedroht, sollte es versuchen, das besetzte Kirkuk einzunehmen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Oktober 2017 um 05:30 Uhr.

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