Obama bei seinem Berlin-Besuch am 19. Juni 2013 | Bildquelle: AP

Obama beim Kirchentag in Berlin Rückkehr mit neuer Mission

Stand: 25.05.2017 02:51 Uhr

Der Kirchentag empfängt einen besonders prominenten Gast: Barack Obama. Vor 80.000 Berlinern wird er über seinen Glauben sprechen. Während seiner Amtszeit als US-Präsident sah man ihn selten in Kirchen, doch gebetet wurde jeden Tag.

Von Martina Buttler, ARD-Studio Washington

Amazing Grace - als Barack Obama dieses Lied in der Mother Emmanuel Church in Charleston anstimmt, braucht es keine Worte mehr. Bei der Trauerfeier nach dem Amoklauf in dieser Kirche ist es wie ein unsichtbares Band, das sich im Eiltempo zwischen dem damaligen US-Präsidenten und den Menschen in den Kirchenbänken entspinnt. Es ist klar - hier steht einer, der tief in seinem Glauben verankert ist.

Wolfgang Stuflesser @stuflesser
Obama singt "Amazing Grace" - ich glaube, das ist einer der wichtigsten Momente seiner Präsidentschaft: https://t.co/2CZm1lTtXE

Reverend Dr. Norvel Goff saß direkt hinter Obama, als der anfing zu singen: "Es war eine Berufung für ihn - nicht nur als Präsident, sondern aus seinem tiefsten Inneren", sagt er heute. "Er hat den Menschen, den Gemeinden und den Mächtigen der Welt versichert, daß es inmitten all der Tragödie für uns einen Silberstreif gibt, um Gottes erstaunliche Gnade zu erfahren."

Die Spiritualität des Barack Obama
ARD-Sondersendung, Stefan Niemann, ARD Washington

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Gebet am Morgen

Sein Glaube war sein Fundament in turbulenten Zeiten. Obama hat einmal zugegeben, daß das Amt des US-Präsidenten einen Menschen mehr beten lasse. Jeden Morgen bekam er auf seinem Handy einen spirituellen Text - mit dieser stillen Andacht begann er seinen Tag. Beten gehörte für Obama ganz selbstverständlich zu seinem Leben - auch im Weißen Haus:

"Wenn ich morgens aufwache, spreche ich mit dem Herrn und bitte ihn mir die Kraft zu geben, das Richtige für unser Land und seine Menschen zu tun. Abends spreche ich mit ihm, bitte ihn um Vergebung für meine Sünden und dass er nach meiner Familie und den Amerikanern schaut und dass er mich zum Werkzeug seines Willens macht. Ich sage diese Gebete und hoffe, daß sie beantwortet werden. Ich weiß, dass ich dafür etwas opfern und arbeiten muss."

Austritt aus Gemeinde nach Kontroverse

Pastor Barry Lynn, Präsident der Lobbygruppe Americans United for Seperation of Church and State, erklärt, dass Obamas Glaube allerdings nicht nur eine Quelle der Kraft, sondern auch eine Angriffsfläche war: "Er ist nicht unglaublich oft in die Kirche gegangen, aber ich habe keinen Zweifel, daß er ein zutiefst spiritueller Mensch ist", sagt er. "Er wurde fälschlicherweise von vielen Konservativen bezichtigt, entweder ein versteckter Atheist oder ein Muslim zu sein. Das hat es für ihn manchmal schwierig gemacht, eine religiöse Sprache zu verwenden, auch wenn er es gern getan und auch so gemeint hätte."

Sich für Arme und Benachteiligte zu engagieren, das entspringt Obamas Glauben. Religion hat - als er aufgewachsen ist - keine große Rolle gespielt. Aber nachdem er in Chicago das Gemeindeleben in schwarzen Kirchen erlebt hat, trat Obama in den 1980er-Jahren der United Church of Christ bei. Gut 20 Jahre später Jahre verließen er und seine Frau die Kirche, als es eine Kontroverse um Positionen des Pastors gab, der sie getraut und ihre Töchter getauft hatte.

Obama in Charleston
galerie

Obama beim Gedenkgottesdienst in Charleston

Ab und an ein Gottesdienst

Dieser Pfarrer, Jeremiah Wright, hatte beispielsweise gesagt "Gott verdamme Amerika". Er bezeichnete Rassismus als das Fundament Amerikas. Solche Äußerungen wurden für Obama zum Problem im Wahlkampf. Als Präsident ging er ab und zu in Gottesdienste in unterschiedlichen Kirchen. Meist lebte er seinen Glauben aber eher im stillen Kämmerlein im Weißen Haus.

Nur in den schwersten Momenten seiner Präsidentschaft, sprach er der Nation öffentlich über seinen Glauben, zitierte bei Trauerfeiern aus der Bibel. Womöglich ist er nun als Privatmann wieder freier in dem, was er über seinen Glauben erzählt und wie er ihn lebt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Mai 2017 um 15:00 Uhr.

Darstellung: