Ansicht von Katar | Bildquelle: dpa

Krise am Golf Nachbarn setzen Katarer auf Terrorliste

Stand: 09.06.2017 08:58 Uhr

Die Nachbarn Katars haben haben Dutzende Personen und Organisationen mit Verbindungen zu dem Emirat auf eine Terrorliste gesetzt. Sie würden von Doha finanziert und hätten Kontakte zu Terroristen, hieß es. Gleichzeitig meldet der katarische Sender Al Dschasira einen Hacker-Angriff.

Saudi-Arabien und drei weitere arabische Staaten haben 59 Personen und zwölf Organisationen mit angeblichen Verbindungen zum Rivalen Katar auf eine Terrorliste gesetzt. Sie alle würden von dem Golf-Emirat finanziert oder seien dort ansässig und hätten Kontakte zu Terroristen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Unter ihnen sind mindestens 18 katarische Bürger.

Das Dokument zeige, dass Katar "einerseits ankündigt, Terrorismus zu bekämpfen und andererseits verschiedene Terrororganisationen unterstützt und beherbergt", teilten die Regierung in Riad sowie die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und Bahrain gestern mit.

Mitglieder der Herrscherfamilie betroffen

Für die betroffenen Personen und Organisationen bedeutet der Eintrag auf der Terrorliste vor allem Kontensperren und erschwerte Auslandsgeschäfte. Unter ihnen sollen prominente Geschäftsleute, Politiker und hochrangige Mitglieder der Herrscherfamilie des Emirats sein.

Katar wies die Anschuldigungen als substanzlos zurück. Das Land gehe entschlossener gegen Terrorismus vor als viele der Unterzeichner der Terrorliste, hieß es aus Doha.

Hacker-Angriff auf Al Dschasira

Im Zuge der Spannungen am Golf meldet der katarische Nachrichtensender Al Dschasira, dass er "systematischen und anhaltenden" Attacken ausgesetzt sei. Die Website des Senders war zeitweise nicht aufrufbar. Einige Fernsehzuschauer in der Region berichteten, sie könnten den Fernsehkanal nicht mehr empfangen. Der Sender versicherte aber, dass seine Computersysteme nicht gekapert worden seien.

Al Dschasira ist auch Teil des Streits zwischen Katar und seinen Nachbarn. So schloss Saudi-Arabien die Büros des Medienunternehmens auf seinem Staatsgebiet. Riad hatte dem einflussreichen Sender mit knapp 80 Büros in aller Welt in der Vergangenheit wiederholt vorgeworfen, mit voreingenommener Berichterstattung Zwietracht in der Region zu säen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Juni 2017 um 10:00 Uhr.

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