Doha | Bildquelle: dpa

Streit um Isolierung Demonstrativer Beistand für Katar

Stand: 26.06.2017 00:36 Uhr

Das Emirat Katar ist unter Druck: Vier Nachbarstaaten haben das Land isoliert und 13 Forderungen gestellt. Aus dem Iran und der Türkei erhält Katar nun demonstrativen Beistand. Das dürfte mit zwei Punkten des Forderungskatalogs zu tun haben.

Im Konflikt um die Isolation von Katar durch seine Nachbarstaaten erhält das Emirat Beistand aus dem Iran und der Türkei.

Katars Emir, Scheich Tamim bin Hamid al-Thani | Bildquelle: AP
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Katars Emir Scheich Hamid al-Thani

Irans Präsident Hassan Rouhani nannte die Isolation "inakzeptabel". Man werde weder die Regierung noch das Volk Katars im Stich lassen, sagte er in einem Telefonat mit Katars Emir Hamid al-Thani. Teheran sei bereit, die guten Beziehungen mit Doha sogar auszubauen, betonte der iranische Präsident.

Der iranische Luftraum ebenso wie seine Seegebiete und sein Territorium stünden Katar "jederzeit offen", das Golfemirat sei "ein Bruderstaat".

Erdogan: Verstoß gegen internationales Recht

Demonstranten in Istanbul mit türkischen und katarischen Flaggen | Bildquelle: REUTERS
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Demonstranten in Istanbul am 7. Juni mit türkischen und katarischen Flaggen.

Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan stellte sich demonstrativ an die Seite Katars. Die Liste mit 13 Forderungen, die die Gegner Katars als Bedingung für ein Ende der Isolierung des Emirats formuliert hatten, verstoße gegen internationales Recht, sagte Erdogan laut amtlicher Nachrichtenagentur Anadolu.

Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten am 5. Juni ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen, den Luftverkehr gestoppt und die Grenzen geschlossen. Sie beschuldigen Katar, Terrororganisationen zu unterstützen.

Nach der Isolation hatten die Golfstaaten einen Forderungskatalog an Katar gestellt. Darin finden sich auch Punkte, die den Iran und die Türkei betreffen. So verlangen die Nachbarstaaten unter anderem eine Distanzierung Katars vom Iran und die Schließung eines türkischen Militärstützpunktes in dem Golfemirat.

USA vermitteln - Lösung in Sicht?

US-Außenminister Rex Tillerson teilte mit, dass Katar den Forderungskatalog derzeit prüfe. Während einige Punkte sehr schwer zu erfüllen seien, "gibt es bedeutende Bereiche, die eine Grundlage für andauernden Dialog bieten, der zu einer Lösung führt", erklärte Tillerson. Er rief die beteiligten Parteien auf, sich zusammenzusetzen und ihren Ton zu mäßigen. Die USA würden kuwaitische Vermittlungsbemühungen unterstützen.

Die USA unterhalten in Katar einen riesigen Militärstützpunkt. Zugleich pflegen sie enge Beziehungen zu Saudi-Arabien. Beobachter vermuten, US-Präsident Donald Trump könnte mit seinem Besuch in Saudi-Arabien im Mai Riad zur Blockade Katars ermutigt haben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. Juni 2017 um 04:00 Uhr.

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