Stierkampf in Manizales, Kolumbien

Stierkampfverbot in Katalonien gekippt Torero und Stier sind "kulturelles Erbe"

Stand: 20.10.2016 14:46 Uhr

Tierschützer sprechen von grausamer Tradition. Befürworter betrachten Stierkämpfe dagegen als kulturelles Erbe. Genau darauf beruft sich Spaniens Verfassungsgericht - und hat deswegen das Stierkampfverbot in Katalonien gekippt.

Seit rund sechs Jahren sind Stierkämpfe in Katalonien verboten. Jetzt haben die spanischen Verfassungsrichter dieses Verbot wieder kassiert. In der Urteilsbegründung hieß es, der Stierkampf gehöre zum kulturellen Erbe Spaniens. Eine Entscheidung über sein Verbot stehe damit nur der Zentralregierung in Madrid zu. Deshalb sei das einst von Katalonien verfügte Stierkampfverbot "verfassungswidrig und damit auch ungültig".

Späte Niederlage für Tierschützer

Kataloniens Parlament hatte im Juli 2010 aufgrund einer Petition von 180.000 Tierschützern ein Verbot der Stierkämpfe beschlossen. Anfang 2014 trat es in Kraft. Damit war Katalonien die erste Region auf dem spanischen Festland, die mit der jahrhundertealten Tradition brach - den Anfang hatten die Kanarischen Inseln 1991 gemacht. 2015 dann erklärte Madrid den Stierkampf zum "immateriellen Kulturerbe" des Landes.

Protest gegen Stierkampf in Pamplona
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Protest gegen Stierkämpfe in Spanien: spanische Tierschützer bei einer Aktion in Pamplona

Urteil mit politischer Dimension

Die Entscheidung des Verfassungsgerichts dürfte nicht nur Tierschutzaktivisten auf die Barrikaden treiben, sondern auch Kataloniens Unabhängigkeitsbefürworter. Sie sehen das Verbot auch als Symbol für die Trennung zwischen Madrid und ihrer Region an. Das Verfassungsgericht hat bereits 2010 ein erweitertes Autonomiestatut für Katalonien wieder aufgehoben, in dem sich die Region zur "Nation" erklärt hatte. Im November 2014 verhinderte die Zentralregierung dann ein Unabhängigkeitsreferendum per Klage vor dem Verfassungsgericht.

Spanisches Verfassungsgericht kippt Stierkampf-Verbot in Katalonien
O. Neuroth, ARD Madrid
20.10.2016 14:46 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Oktober 2016 um 23:37 Uhr.

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