Schnee in Istanbul  | Bildquelle: AFP

Eisige Temperaturen Mehrere Kältetote in Europa

Stand: 07.01.2017 17:01 Uhr

Wegen der anhaltenden Kältewelle sind in mehreren Ländern Europas Menschen erfroren. Allein in Italien und Polen starben in den vergangenen zwei Tagen 17 Menschen. In Teilen Deutschlands kämpfen die Menschen vor allem mit extremer Glätte.

Eine Kältewelle hat Europa weiter fest im Griff: Viele Länder melden Kälterekorde, selbst auf Sizilien und in Istanbul schneite es heftig. Allein in Polen und Italien erfroren binnen zwei Tagen 17 Menschen, weitere Kältetote gab es unter anderem in Bulgarien und Russland. Die Kälte dürfte noch bis Sonntag anhalten. Verantwortlich für den Kälteeinbruch ist nach Angaben von Meteorologen aus Skandinavien kommende eiskalte Polarluft.

Weitere Tote befürchtet

In Polen starben nach Angaben der Behörden zehn Menschen am Donnerstag und Freitag an Unterkühlung. In einigen Regionen lagen die Temperaturen bei minus 20 Grad. Die Behörden rechneten mit weiteren Opfern am Wochenende. Italiens Regierung meldete bis Samstag sieben Kälteopfer. Die meisten von ihnen waren Obdachlose, die trotz einer Reihe von Maßnahmen für ihre Unterbringung erfroren waren.

Im südlichen Apulien mussten die beiden Flughäfen wegen Schnees am Morgen den Betrieb einstellen. In den Abruzzen, wo es im August und Oktober zwei schwere Erdbeben gegeben hatte, wurden minus zehn Grad gemessen.

In Deutschland sorgt extreme Glätte für Probleme: Der Deutsche Wetterdienst warnte am Samstag vor "unwetterartiger Glatteisbildung" in Nordrhein-Westfalen und Unwettergefahren durch Glatteis auch im Nordwesten.

Besonders kalt ist es derzeit auch in der russischen Hauptstadt. So feierte Moskau nach Angaben der Nachrichtenagentur RIA Nowosti die kältesten orthodoxen Weihnachten seit 120 Jahren. Dort zeigte das Thermometer rund minus 30 Grad an. In Sankt Petersburg entdeckte die Polizei die Leiche eines Mannes, der in der Nacht erfroren war.

Schneefall in Istanbul | Bildquelle: dpa
galerie

...Schnee fiel aber auch deutlich weiter südlich in Istanbul.

Hunderte Flüge in Istanbul gestrichen

Heftiger Schneefall brachte den Verkehr in Istanbul teilweise zum Erliegen. An den beiden internationalen Flughäfen wurden Hunderte Flüge gestrichen, die Küstenwache stoppte den Fährverkehr in der Bosporus-Meerenge, die den europäischen mit dem asiatischen Teil der türkischen Millionenmetropole verbindet. Weite Teile der Stadt lagen am Samstag unter einer bis zu 40 Zentimeter hohen Schneedecke.

Im benachbarten Bulgarien fanden Dorfbewohner erneut die Leichen zweier erfrorener Flüchtlinge. Die beiden 28 und 35 Jahre alten Iraker lagen in einem verschneiten Wald nahe des Grenzabschnitts, der nicht durch Stacheldraht abgeriegelt ist. In derselben Gegend war am Montag eine Frau aus Somalia tot aufgefunden worden. In Griechenland war am Dienstag die Leiche eines 20-jährigen Afghanen entdeckt worden, der zuvor die türkisch-griechische Grenze überwunden hatte. Dort lagen die Temperaturen zwischen Null Grad in Athen und minus 15 Grad im Norden des Landes.

Die Balkanstaaten meldeten Temperaturen von bis zu 27 Grad Minus. Selbst in der kroatischen Hafenstadt Split lagen sie nach Angaben des Wetterdiensts bei minus sieben Grad - und waren damit so niedrig wie seit 50 Jahren nicht mehr. In der Schweiz herrschte ebenfalls klirrende Kälte. Die Temperaturen sanken am Samstag auf minus 15 bis minus zehn Grad, in höheren Lagen sogar auf minus 25 Grad. In Frankreich gaben die Behörden vor allem für den Norden Glatteiswarnung aus. Selbst in der Pariser Region wurden bis zu elf Grad Minus gemessen.

Schneesturm an US-Westküste

Nach einer Reihe von extrem trockenen Wintern wird die Westküste der USA von starken Regenfällen und Schneestürmen heimgesucht. Ein schwerer Wintersturm brachte der kalifornischen Sierra-Nevada-Bergkette in den vergangenen Tagen stellenweise mehr als zwei Meter Schnee. Für das Wochenende sagten die Meteorologen heftigen Regen voraus, die Behörden warnten vor möglichen Überschwemmungen. Der Yosemite-Nationalpark kündigte an, den Tal-Zugang zu dem beliebten Ausflugsziel in der Sierra Nevada vorsichtshalber zu schließen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. Januar 2017 um 17:00 Uhr.

Darstellung: