Jihadi-John | Bildquelle: REUTERS

Henker aus Dschihadisten-Videos IS-Miliz bestätigt Tod von "Jihadi John"

Stand: 19.01.2016 22:31 Uhr

Bereits im November hatte die US-Armee bekannt gegeben, dass "Jihadi John" bei einem Luftangriff getötet worden sei. Die IS-Miliz bestätigte jetzt den Tod des britischen Terroristen, der als Henker aus den IS-Videos bekannt ist.

Die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) hat bestätigt, dass der britische Terrorist "Jihadi John" bei einem US-Luftangriff in Syrien getötet worden sei. Der Extremist, der mehrere westliche Geiseln hinrichtete und mit wirklichem Namen Mohammed Emwazi hieß, sei im November bei einem Drohnenangriff in Rakka getötet worden, erklärte der IS in seinem Online-Propagandamagazin "Dabiq". Emwazis Auto sei bei dem Angriff zerstört worden, er selbst sei "sofort" tot gewesen.

Die US-Armee hatte bereits im November mitgeteilt, dass "Jihadi John" wahrscheinlich bei einem Luftangriff in der IS-Hochburg Rakka getötet worden sei. Eine endgültige Bestätigung stehe zwar noch aus, erklärte ein Armeesprecher. Die USA seien aber "sehr zuversichtlich", dass "Jihadi John" tot sei.

Als Henker in zahlreichen IS-Videos zu sehen

"Jihadi John" soll als Henker in IS-Videos zu sehen sein, die unter anderem die Enthauptungen der US-Journalisten Steven Sotloff und James Foley, des US-Entwicklungshelfers Abdul-Rahman Kassig, der britischen Entwicklungshelfer David Haines und Alan Henning sowie des aus Japan stammenden Journalisten Kenji Goto zeigen. In den Aufnahmen der Terrormiliz trat Emwasi meist vermummt, in schwarzer Kleidung und mit einem überdimensionalen Messer auf und sprach Englisch mit britischem Akzent.

Der spanische Journalist Javier Espinosa, der selbst mehr als ein halbes Jahr in der Gewalt des IS war, beschrieb Emwasi als blutrünstigen Psychopathen, der seine Gefangenen damit gequält habe, dass er ihnen Enthauptungen in allen Einzelheiten geschildert habe. Die Geiseln hätten ihn wegen seines Akzents nach dem früheren Beatles-Mitglied John Lennon "Jihadi John" genannt.

Jugend in London

Im Februar wurde Emwasi identifiziert, Experten bestätigten dies später. Doch zog ein früherer Anwalt von Emwasis Vater dies in Zweifel und erklärte, es gebe keine Beweise dafür. Emwasi wurde in Kuwait geboren und verbrachte einen Teil seiner Kindheit in einer armen Gegend in Dschahra, ehe er noch als Junge nach Großbritannien zog, wie Medien unter Berufung auf syrische Aktivisten berichteten. Er ging in London zur Schule und studierte später Informatik an der University of Westminster.

2013 verließ er das Land Richtung Syrien. Er soll Mitte 20 gewesen sein. Die britischen Geheimdienste hatten Emwasi schon seit mindestens 2009 im Visier, damals wurde er mit Terrorakten in Somalia in Verbindung gebracht. Allerdings konnten die britischen Behörden ihn nicht an der Ausreise nach Syrien hindern.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 20. Januar 2016 um 12:45 Uhr.

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