Muslime vor Al-Aksa-Moschee | Bildquelle: dpa

Attentat am Tempelberg Al-Aksa-Moschee abgeriegelt

Stand: 14.07.2017 19:35 Uhr

Nach einem Anschlag nahe des Tempelbergs, bei dem zwei Polizisten und in der Folge drei palästinensische Angreifer getötet wurden, ist das Areal abgeriegelt worden. Jerusalems Großmufti wurde von der Polizei festgenommen, nachdem er dagegen protestiert hatte.

In der Altstadt von Jerusalem haben drei Männer auf israelische Polizisten geschossen und zwei von ihnen getötet. Die beiden Beamten seien im Krankenhaus gestorben, schrieb ein Polizeisprecher auf Twitter. Die Attentäter hatten die Sicherheitskräfte beschossen und mit einem Messer attackiert. Sie seien in Richtung der Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg geflohen und von Polizisten getötet worden.

Tote nach Schüssen auf Polizisten in Jerusalem
tagesschau 20:00 Uhr, 14.07.2017, Susanne Glass, ARD Tel Aviv

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Großmufti im Gewahrsam

Die israelischen Behörden sperrten den Zugang zum Tempelberg aus Sicherheitsgründen für die traditionellen Freitagsgebete der Muslime, was umgehend auf Kritik des Großmuftis von Jerusalem, Mohammad Hussein, stieß. Normalerweise kommen Zehntausende Gläubige aus Israel und dem Westjordanland zur Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg, um dort freitags zu beten.

Hussein wurde nach Angaben seiner Familie von der israelischen Polizei festgenommen. Der Großmufti sei zu einer Polizeiwache in der Altstadt gebracht worden. Wenige Stunden danach teilte Hussein der Nachrichtenagentur AFP mit, dass er wieder frei ist.

Abbas bedauert Attentat, Hamas lobt es

Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas verurteilte in einem Telefonat mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu den Anschlag, warnte aber gleichzeitig, die Schließung des Tempelbergs für Muslime könne Auswirkungen haben. Die mit der Fatah von Abbas konkurrierende Palästinenser-Organisation Hamas lobte dagegen die Attentäter. Bisher bekannte sich niemand zu dem Anschlag.

Tempelberg bis Sonntag gesperrt

Netanyahus Büro teilte mit, dass das Attentat über das Wochenende untersucht werde. Daher bleibe die Stätte noch bis mindestens Sonntag gesperrt. Nach einer Einschätzung der Sicherheitslage würden dann am Sonntag Teile des Tempelberges für Beter und Besucher geöffnet. Jordanien hingegen verlangte dagegen die sofortige Öffnung.

Es war der erste derartig schwere Angriff mit Schusswaffen in Jerusalems Altstadt seit Jahren. Die Altstadt befindet sich in Ost-Jerusalem, das von Israel besetzt und annektiert wurde.

Israelische Polizei in Jerusalem | Bildquelle: AFP
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Der Tempelberg und die Altstadt von Jerusalem wurden abgeriegelt.

Der Tempelberg - heilig für Juden, Christen und Muslime

Der Tempelberg wurde nach dem Angriff geräumt und sollte auch für die Freitagsgebete geschlossen bleiben, die für Muslime den religiösen Höhepunkt der Woche darstellen

Der Tempelberg ist für alle drei monotheistischen Weltreligionen - das Judentum, das Christentum und den Islam - von großer Bedeutung. Für Juden gilt er als heiligste Stätte, für Muslime als drittheiligste nach Mekka und Medina. Der Berg ist in der Vergangenheit häufiger ein Krisenherd gewesen, auf dem es immer wieder zu Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern gekommen ist.

Bei den Angreifern handelt es sich laut Polizei um arabische Bürger Israels. Bei ihnen wurden zwei Gewehre, eine Handfeuerwaffe und ein Messer gefunden. Die Polizei ermittelt nun, wie sie es schaffen konnten, mit Waffen in die Altstadt einzudringen. Das Gebiet wird stark bewacht, vor allem an Freitagen. Besonders junge Palästinenser werden regelmäßig gestoppt und kontrolliert.

Seit Oktober 2015 wurden bei einer Gewaltserie in Israel und den Palästinensergebieten mehr als 280 Palästinenser, 42 Israelis und sieben Ausländer getötet. Bei der Mehrzahl der getöteten Palästinenser handelte es sich um erwiesene oder mutmaßliche Attentäter, die zumeist Messer für ihre Angriffe verwendeten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. Juli 2017 um 08:00 Uhr.

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