Anschlag mit Lkw in Jerusalem | Bildquelle: AFP

Terror in Jerusalem Vier Soldaten bei Lkw-Anschlag getötet

Stand: 08.01.2017 21:05 Uhr

Bei einem Anschlag mit einem Lkw in Jerusalem sind vier Menschen getötet und 17 verletzt worden. Der Fahrer war absichtlich in eine Gruppe von Soldaten gerast und wurde kurz darauf erschossen. Bislang bekannte sich niemand zu der Tat - aber Netanyahu vermutet den IS dahinter.

Ein Lkw-Fahrer ist in Jerusalem in eine Gruppe von Soldaten gerast und hat vier von ihnen getötet. Der Angreifer selbst sei erschossen worden, teilte die Polizei mit. Es soll sich bei den Toten um drei junge Frauen und einen Mann handeln. 17 weitere Personen seien verletzt worden, eine von ihnen schwer, teilten die Rettungsdienste mit.

Vier Tote bei Lkw-Anschlag in Jerusalem
tagesthemen 23:15 Uhr, 08.01.2017, Markus Rosch, ARD Tel Aviv

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Offenbar Hinweise auf IS

Ein Mitarbeiter des Rettungsdienstes Zaka sagte, den Sanitätern habe sich am Ort des Anschlags ein schlimmer Anblick geboten. Einige der Opfer, darunter auch Tote, waren unter dem Lastwagen eingeklemmt. Sie mussten mit einem Kran befreit werden.

Der Anschlagsort ist ein beliebter Ausflugsort, weil er einen spektakulären Blick über die Jerusalemer Altstadt bietet. Die Soldaten seien aus einem Bus ausgestiegen, um sich an den Aussichtspunkt zu begeben, sagte Polizeisprecher Micky Rosenfeld über den Hergang der Tat. Plötzlich sei der Lastwagenfahrer auf die Gruppe zugerast. "Derzeit schließen wir einen Unfall aus", sagte Rosenfeld.

"Wir kennen die Identität"

Bei dem Attentäter handele es sich um einen Palästinenser aus dem arabischen Ostteil Jerusalems, erklärte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu. Er vermutete die Terrormiliz "Islamischer Staat" hinter der Tat: "Wir kennen die Identität des Angreifers. Allen Anzeichen nach war er ein Anhänger des 'Islamischen Staats'." Sicherheitskräfte hätten das Viertel Jabel Mukabar, aus dem der Angreifer stamme, abgeriegelt und führten dort eine Operation durch.

Haaretz.com @haaretzcom
Four killed in Jerusalem after truck rams into pedestrians in suspected attack https://t.co/eNIWGZ96l1

Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas begrüßte die Tat, übernahm aber nicht die Verantwortung. Ebenso bekannte sich auch IS bislang nicht zu der Tat.

Bisher ist nichts über aktive IS-Zellen in Israel bekannt. In der Vergangenheit haben auch Palästinenser ohne Verbindungen zum IS ähnliche Anschläge mit Autos verübt. Mehrere Palästinenser wurden in Israel unter dem Verdacht festgenommen, sich in Syrien dem IS anschließen zu wollen. Zwei Männer, die im vergangenen Juni in Tel Aviv um sich geschossen hatten, sollen auch vom IS inspiriert, aber keine Mitglieder der Terrormiliz gewesen sein.

"Nichts Heldenhaftes an solchen Aktionen"

Netanyahu zog bei einem Besuch am Anschlagsort aber Parallelen zu anderen IS-Anschlägen in Europa. "Wir wissen, dass es eine Abfolge von Terrorattacken gibt. Es könnte definitiv einen Zusammenhang geben, von Frankreich bis Berlin und jetzt Jerusalem." Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier verurteilte den Anschlag. "Bei uns rufen diese Bilder Erinnerungen an die schrecklichen Ereignisse vom Breitscheidplatz in Berlin vor wenigen Wochen wach", sagte er.

Der UN-Nahostgesandte Nickolay Mladenov verurteilte den Anschlag. "Es ist verwerflich, dass einige solche Taten verherrlichen, die die Möglichkeit einer friedlichen Zukunft für Palästinenser und Israelis untergraben", sagte Mladenov nach Angaben seines Büros. "Es ist nichts Heldenhaftes an solchen Aktionen."

Einer der opferreichsten Angriffe

Seit September 2015 kommt es immer wieder zu tödlichen Attacken von Palästinensern auf Israelis. Mittlerweile 40 Israelis und zwei Amerikaner kamen ums Leben, 230 Palästinenser wurden erschossen, die meisten von ihnen waren nach israelischer Darstellung Angreifer. In den vergangenen Monaten waren die Angriffe aber deutlich zurückgegangen.

Die Toten waren die ersten auf israelischer Seite seit drei Monaten. Gleichzeitig war es auch einer der opferreichsten Angriffe, seit diese begannen. Hamas-Sprecher Abdul-Latif Kanu rief andere Palästinenser auf, dem Beispiel des Angreifers zu folgen und den Widerstand gegen die Israelis auf eine neue Stufe zu stellen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. Januar 2017 um 13:15 Uhr.

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