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Waldbrände in Italien Urlauber müssen mit Evakuierungen rechnen

Stand: 14.08.2017 14:48 Uhr

Seit Tagen wüten Wald- und Buschbrände in Italien, derzeit sind besonders die Inseln Sardinien und Sizilien betroffen. Das Auswärtige Amt hat seine Sicherheitshinweise für das Land nun angepasst: Urlauber müssten damit rechnen, evakuiert zu werden.

Wegen der andauernden Wald- und Buschbrände in Italien hat das Auswärtige Amt seine Reisehinweise für das Land angepasst. "Es ist nicht auszuschließen, dass auch Ferienorte in den besonders betroffenen Gebieten evakuiert werden", heißt es auf der Website.

Am Morgen waren die Feuerwehren des Landes bereits zu rund 70 Einsätzen ausgerückt. Betroffen sind dem Auswärtigen Amt zufolge derzeit besonders die sizilianischen Orte Messina, Catania und Enna sowie auf Sardinien Costa Rei, Porto Pozzo, Arbus und Santa Giusta. Reisende sollten auf Hinweise in den Medien zur weiteren Entwicklung der Lage achten.

Ungewöhnlich trockener Sommer

Der Sommer in Italien ist in diesem Jahr ungewöhnlich trocken, was die Waldbrandgefahr erhöht. In der Nähe Roms lodern immer wieder Feuer im Pinienwald Castel Fusano, der auf dem Weg zum Meer liegt. Von Anfang des Jahres bis Juli gingen dem Umweltschutzverband Legambiente zufolge rund 750 Quadratkilometer Wald- und Wiesenfläche in Flammen auf - eine Fläche etwa so groß wie Hamburg. Im ganzen Jahr 2016 waren es rund 480 Quadratkilometer.

Waldbrände in Italien bei Rom | Bildquelle: AP
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Die verbrannten Pinienwälder bei Castel Fusano vom Hubschrauber aus gesehen

Die Feuerwehr und der Zivilschutz rufen die Bevölkerung immer wieder auf, aufgrund der Trockenheit achtsam mit Feuer umzugehen. Die Polizei geht davon aus, dass viele Brände vorsätzlich gelegt werden. Einheimische und Urlauber müssten sich wegen der Brände vor allem in Süditalien und auf Sardinien, aber auch in der Provinz Latium um Rom, in der Toskana und in der Region Bologna darauf einstellen, dass es durch Umleitungen oder Sperrungen zu Beeinträchtigungen im Verkehr kommen kann.

Schon in der vergangenen Woche hatte das Wetter Italien zugesetzt. Heftige Unwetter mit starkem Wind, Regen, Hagel und Gewitter waren über den Norden des Landes hinweggezogen. Campingplätze an der Adriaküste nahe Venedig standen unter Wasser, Bäume stürzten um.

Brände auch in Griechenland, Frankreich und Portugal

Wegen der wochenlangen Hitze wüten auch in anderen Ländern Süd- und Westeuropas Brände. Tausende Menschen wurden nahe der griechischen Hauptstadt Athen zur Flucht getrieben, Augenzeugen berichteten von bis zu 20 Meter hohen Flammen und beißendem Rauch. Im Süden Frankreichs verwüsteten Brände seit Donnerstag rund 2100 Hektar Land, allein auf der Insel Korsika brannten 2000 Hektar. In Portugal waren am Samstag innerhalb von 24 Stunden etwa 270 Feuer verzeichnet worden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. August 2017 um 14:00 Uhr.

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