Kerzen stehen vor dem Nachtclub. | Bildquelle: AP

Terroranschlag in Istanbul Zwei Tote aus Deutschland

Stand: 02.01.2017 14:41 Uhr

Mindestens zwei der 39 Todesopfer des Anschlags in Istanbul kommen aus Deutschland. Zudem seien drei Deutsche verletzt worden, bestätigte das Auswärtige Amt. Die türkische Polizei sucht weiter nach dem Täter. Medienberichten zufolge nahm sie acht Verdächtige fest.

Bei dem Anschlag auf einen Nachtclub in Istanbul sind zwei Menschen aus Deutschland getötet worden. Ein Sprecher das Auswärtigen Amtes (AA) teilte mit, man gehe davon aus, "dass zwei der Todesopfer aus Deutschland kamen, das heißt also hier ihren festen Wohnsitz hatten". Einer der beiden Toten habe die deutsche, ein anderer die türkische Staatsbürgerschaft besessen.

Nach Angaben der Polizei Oberbayern Nord ist einer der Toten ein 26-jähriger Mann aus dem Landkreis Landsberg am Lech. Die Polizei sei vom türkischen Konsulat entsprechend informiert worden, so ein Sprecher. Die Angehörigen seien bereits verständigt und auf dem Weg nach Istanbul, um den Toten zu identifizieren und die Formalitäten zu klären. Es handele sich um einen deutschen Staatsbürger.

Offiziell noch nicht bestätigt ist, dass der zweite Tote aus der Stadt Landsberg stammt. Ein Sprecher der Stadt sagte dem Bayerischen Rundfunk, entsprechende Hinweise stammten aus einer inoffiziellen Landsberger Facebook-Gruppe, die Opferlisten aus türkischen Medien gepostet hätten. Ihren Namen nach hätten beide Opfer türkische Wurzeln. Weitere Informationen finden Sie hier.

Istanbul nach dem Anschlag
tagesthemen 23:15 Uhr, 02.01.2017, Oliver Mayer-Rüth, ARD Istanbul

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Ein Verletzter aus Dortmund

Von den 39 Opfern des Attentats konnten inzwischen 38 identifiziert werden. Mindestens 26 kamen aus dem Ausland, elf waren demnach türkische Staatsbürger. Die meisten der getöteten Ausländer stammten aus arabischen Ländern.

Mindestens 69 Menschen wurden verletzt. Laut Auswärtigem Amt sind darunter auch drei deutsche Staatsangehörige. Sie seien "in guter medizinischer Behandlung und außer Lebensgefahr". Darunter befindet sich nach WDR-Informationen auch ein Mann aus Dortmund. Er sei durch eine Notoperation gerettet worden. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Die Tat reklamierte inzwischen die Terrormiliz "Islamischer Staat" für sich. In einer im Internet veröffentlichten Erklärung hieß es, ein "Soldat des Kalifats" sei dafür verantwortlich.

Täter auf der Flucht - acht Verdächtige festgenommen

Türkische Medien berichten inzwischen über neue Details zum Anschlagshergang. Der Attentäter sei mit dem Taxi zum Nachtclub "Reina" gefahren und habe die letzten Meter zu Fuß zurückgelegt. Am Eingang erschoss er dann einen Polizisten und einen Zivilisten, bevor er zunächst im oberen Stockwerk des Clubs wahllos auf Partygäste schoss. Später habe er dann im unteren Stockwerk weiter gemordet.

Der Täter habe im Umgang mit der Waffe professionell gewirkt, heißt es in einem Bericht von "Hürriyet Daily News", aus dem die Agentur AFP zitiert. Insgesamt habe er 180 Schuss abgegeben und sechsmal das Magazin gewechselt. In der Küche des Clubs habe der Mann schließlich seine Kleidung gewechselt und dann die allgemeine Panik genutzt, um unerkannt zu entkommen. Auf seiner Flucht habe er kurz ein Taxi benutzt, dieses aber wieder verlassen, weil er in der Küche sein Bargeld liegengelassen habe. Dann entkam er unerkannt.

Die türkischen Sicherheitsbehörden fahnden weiter mit einem Großaufgebot nach ihm. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, nahm die türkische Polizei inzwischen acht Verdächtige fest. Der Attentäter befinde sich aber nicht unter ihnen.

Der Kommentar von Michael Schramm, ARD Istanbul, zum Terror in der Türkei
tagesthemen 23:15 Uhr, 02.01.2017

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Spur nach Zentralasien?

Türkische Zeitungen berichten, es gebe Vermutungen, wonach der flüchtige Attentäter aus Kirgistan oder Usbekistan stamme. Die Ermittler schließen den Berichten zufolge nicht aus, dass der Mann mit der mutmaßlichen IS-Zelle zusammenhängt, die im vergangenen Juni den dreifachen Selbstmordanschlag auf den Istanbuler Atatürk-Flughafen mit 47 Toten verübt haben soll.

Polizei und Geheimdienste in der Türkei hatten demnach vor Silvester Informationen über möglicherweise zum Jahreswechsel bevorstehende Anschläge in verschiedenen Städten erhalten. Im Dezember habe es in diesem Zusammenhang Razzien und Festnahmen gegeben. Am 30. Dezember sei dann eine Geheimdienstwarnung aus den USA über die Gefahr von IS-Anschlägen in Istanbul oder Ankara am kommenden Tag eingegangen.

An der türkischen Börse herrschte nach dem Anschlag Unsicherheit. Die Landeswährung Lira verlor weiter an Wert und näherte sich ihrem Rekordtief an. Ein Dollar kostete mit 3,54 Lira ein halbes Prozent mehr. Anfang Dezember mussten Anleger für einen Dollar 3,58 Lira auf den Tisch legen, so viel wie noch nie. Auch der Auswahlindex verlor an Wert.

Der Nachtclub "Reina"

Der schicke Istanbuler Nachtclub "Reina" ist eine Institution des Nachtlebens in der Bosporus-Metropole. Der direkt am Wasser unterhalb einer der drei großen Brücken über die Meerenge gelegene Club, der über mehrere Restaurants, Tanzflächen und eine zentrale Bar verfügt, ist seit seiner Eröffnung 2002 beim türkischen Jetset, Prominenten sowie ausländischen Touristen sehr angesagt.
Sowohl Fußballspieler als auch türkische Fernsehstars verkehren im "Reina", in das nur ein ausgewähltes, zahlungskräftiges Publikum gelassen wird. Die Partys in dem Club auf der europäischen Seite von Istanbul, von dem sich ein spektakulärer Blick über den Bosporus auf die Lichter der asiatischen Seite bietet, beginnen oft erst nach Mitternacht und enden zumeist in den frühen Morgenstunden.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. Januar 2017 um 11:00 Uhr.

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